Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Beiträge zur Alexandersage
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 133 (sequence 13)
- Language
- German
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Beiträge zur Alexandersäge. ' 133 Allein bei genauerer Betrachtung der in Rede stehenden Talmudstelle drängt sich uns unwillkürlich die Ueberzeugung auf, dass in ihr viele fremdartige Elemente enthalten sind, und dass sie schwerlich jüdischen Ursprungs ist. Zunächst kommen in dieser Erzählung sehr seltsame, zum Theil bis jetzt noch unerklärte Ausdrücke vor, deren Bedeutung man nur aus dem Zusammenhänge, und auch so noch nicht mit Bestimmtheit erklären kann; dann aber kündet sich diese Legende schon von vornherein als eine einem fremden Sagenkreise entlehnte an, denn ihre Eingangsworte lauten: ״Zehn Fragen legte der Macedonier Alexander den Alten des Südens vor." Der Ausdruck ״Alte des Südens" kann unmöglich von jüdischen Gelehrten gebraucht sein, da eine solche Bezeichnung im Talmud nirgends wiederkehrt; ausserdem wird im Verlaufe der Erzählung der dialektische Streit zwischen Alexander und diesen Alten des Südens mehreremale durch die Worte der Weisen (חכמים) unterbrochen, welche nämlich in manchen Punkten anderer Meinung als die Alten des Südens sind und ihre abweichende Meinung zu begründen suchen. Mit den Weisen sind natürlich jüdische Gelehrte gemeint, und aus dieser Gegenüberstellung von ״Weisen" und ״Alten des Südens" erhellt deutlich, dass unter den letztgenannten nicht jüdische Gelehrte verstanden werden sollen.4) Doch noch aus einem andern Umstande lässt sich der Schluss ziehen, dass diese Legende unmöglich von den Juden ausgebildet sein kann. Das Verlangen, die Reise in'8 Paradies zu unternehmen, wird nämlich nach dem Talmud in Alexander nur dadurch wachgerufen, dass die Fische, welche er in dem an der Stadt der Frauen vorbeifliessenden Bache abgewaschen hatte, einen lieblichen Duft verbreiteten, woraus er auf den paradiesisehen Ursprung des Baches schloss. Es ist aber schwerlieh anzunehmen, dass der jüdische Darsteller dieser Legende, dem es darum zu thun war, die unersättliche Gier des Menschen zu schildern, einen so kleinlichen Neben- ) Vergl, Rapoport: Erech Millin, sub voce אלכסנדר•