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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 4 · p. Seite 132

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 4
Article
Beiträge zur Alexandersage
Date
1866-01-01
Page
Seite 132 (sequence 12)
Language
German
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1H2 Beitrage zur Alexändersäge» soeben genannten Männer, indem die Seele des Einen in den Andern übergegangen sei; Viele nehmen auch zwei Chidr an, die durch einen Zeitraum von vielen Jahrhunderten von einander getrennt sind. Solche widersprechende Meinungen lassen zur Genüge erkennen, dass die Persönlichkeit Alchidr’s den Arabern selbst räthselhaft erschien, und dass wir mit ihr Nichts für die Entstehung dieser Sage beweisen können. Wenn wir nun noch ferner erwägen, dass sich in der vorislamischen Religion der Araber für diese Sage, die doch sicherlich eine religiöse Grundlage hat, gar keine Anhaltspunkte finden, so können wir mit Fug uncl Recht die Behauptung wagen, dass ihre Heimat nicht in Arabien za suchen ist, dass sie vielmehr einem andern orientalischen Volke ihre Entstehung verdankt. Auf den ersten Blick nun scheint es viel für sich zu haben, die Juden für die Erfinder dieser Sage zu halten, und in der That sprechen mehrere gewichtige Gründe dafür. Während nämlich die übrigen Erzählungen, die sich über Alexander den Grossen im Talmud finden, sehr kurz und fast nur andeutungsweise behandelt werden, ist der Legende von seinem Zuge in'8 Paradies eine ausführliebere Behandlung zu Theil geworden, auch haben wir für diese Sage keine ältere Quelle, als den Talmud aufzuweisen, und endlich entspricht es so sehr dem Geiste des Talmud, durch anziehende Erzählungen die Wahrheit eines biblischen Spruches zu beweisen, dass man sich versucht fühlt, anzunehmen, die ganze Legende im Traktat Tamid sei von den Rabbinen erfunden, um den ßibelvers: ״Die Hölle und das Verderben sind unersättlich, und auch des Menschen Augen sind nimmer satt" durch ein passendes Beispiel zu erläutern. Aus all’ diesen Gründen nimmt daher Weil3) keinen Anstand, die Sage von Alexander’s Zuge nach der Quelle des Lebens und von seiner Reise durch die Regionen der Finsterniss als aus jüdischen Legenden entlehnt aufzufassen.!) Heidelberger Jahrbücher, 1852. 6. 214.

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