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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 4 · p. Seite 134

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 4
Article
Beiträge zur Alexandersage
Date
1866-01-01
Page
Seite 134 (sequence 14)
Language
German
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m Beiträge zur Alexandersage. umstand, wie das liebliche Duften der Fische, zum Ausgangspunkte seiner Erzählung gemacht haben würde, wenn er dieselbe erfunden und nicht nach einer bereits vorhandenen Sage, in welcher die Fische eine wichtige Rolle spielten, umgearbeitet hätte. Dazu kommt noch, dass im Talmud eine Meinungsverschiedenheit darüber herrscht, ob Alexander wirklich den Zug nach dem Paradiese ־unternommen, dass Einige behaupten, er habe sich damit begnügt, sein Gesicht mit dem wohlriechenden Wasser zu waschen, dass also diese Sage unter den Juden durchaus nicht allgemein verbreitet und allseitig bekannt war. Dies Alles bestärkt uns in der Annahme, dass diese Legende nicht auf jüdischem Boden entstanden, sondern einem fremden Volke entlehnt und so umgestaltet sei, dass sie ein jüdisches Gepräge erhielt, und alles dessen entkleidet wurde, was der jüdischen Religion und der Anschauungsweise der Juden nicht entsprach. Die Erzählung von den Fischen erinnert deutlich an das in den arabischen, persischen und türkischen Alexanderromanen weitläufig besprochene Wunder von dem Lebendigwerden des Fisches in der Quelle des Lebens. Allein da in der jüdischen Religion der Glaube an eine wunderwirkende Quelle, welche Todte lebendig machen kann, keinen Anhalt findet, und der Darsteller der talrnudischen Legende den Vorwurf nicht auf sich laden mochte, einen solchen Aberglauben im Volke zu verbreiten, andererseits aber das ganze Ereigniss nicht ignoriren zu dürfen glaubte, änderte er den Thatbesfcand dahin um, dass er den Fischen nur einen lieblichen Duft entströmen lässt. Hieraus folgt dann zugleich, dass die ursprüngliche Gestalt der Sage die ist, welche den Zug Alexanders nach der Quelle des Lebens gerichtet sein lässt, und dass die Erzählung von seiner Reise in das Paradies, wie wir sie im Talmud finden, nach dieser gebildet ist. (Fortsetzung folgt.)

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