Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Beiträge zur Alexandersage
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 131 (sequence 11)
- Language
- German
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»MV •T:% Beiträge zur Alexaiidersägje. k^^WWWWWs 131 wechselung des grossen Königs mit dem arabischen Dulkarnain, — obwohl es sicherlich weit einfacher und wahrscheinlicher ist, in diesen Erzählungen eine Nachahmung der jüdischen Legende von Alexanders Zuge nach Palästina und seinem Besuche im Tempel zu Jerusalem zu finden, — so ist es doch unmöglich, den Zug nach der Quelle des Lebens durch eine solche Namensverwechselang erklären zu wollen. Denn die Verwechselung Alexander’s und Dulkarnains ist nach Spiegel’s und mehrerer anderer Gelehrten Ansicht durch die falsche Auffassung der achtzehnten Sure des Koran Seitens der mohammedanischen Exegeten entstanden, welche nämlich der irrigen Ansicht sind, der hier erwähnte Dulkarnain sei identisch mit Alexander dem Grossen, während in Wahrheit der Stifter des Islam einen alten arabischen Kroberer hierbei irn Auge gehabt habe. Nun finden sich aber, wie oben gesagt ist, fast alle wesentlichen Züge dieser Sage bereits in der talmudischen Legende von Alexander's Reise in’s Paradies, und der Talmud hat bekanntlich lange vor Muhamed seinen Abschluss erhalten. Wenn wir nun nicht etwa zu der ganz unmöglichen Annahme unsere Zuflucht nehmen wollen, dass bei den Juden fast ganz dieselbe Sage über Alexander verbreitet gewesen, welche die Araber an die Person des Dulkarnain geknüpft hatten, so müssen wir Spiegel’s Erklärung zurückweisen und den Ursprung dieser Sage auf andere Weise zu deuten versuchen. Den Arabern die Ausbildung derselben zuzuschreiben, könnten wir nur noch durch das Auftreten Alchidr’s bewogen werden. Allein die Berichte der Araber über diesen Propheten sind so unbestimmt und verworren, und zeigen so deutlich, dass die Araber selbst nicht wissen, wen sie sich unter diesem Namen zu denken haben, dass wir unmöglich aus dem Auftreten dieses Mannes einen Schluss auf die Entwickelung der Sage ziehen können. Einige halten den Chidr nämlich für identisch mit Pinehas, Andere mit Elias, wieder Andere glauben, man habe sich den heiligen Gregor unter seinem Namen zu denken. Manche stellen die Behauptung auf, er vertrete alle drei