Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Beiträge zur Alexandersage
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 129 (sequence 9)
- Language
- German
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Beiträge zur Alexandersage. 129 So wird er sich zur Demuth kehren, Er kann sich dessen nicht erwehren. Alexander lässt sich belehren und kehrt zurück; in Griechenland angekommen, will er den Werth des Steines erproben, doch Keiner seiner Weisen vermag ihm hierüber Aufschluss zu geben; endlich wird ein hochbetagter, weiser Jude herbeigeholt, welcher seine Bedeutung ganz wie die Rabbinen im Talmud und wie Alchidr in der arabisch-persischen Sage angibt. Der Vollständigkeit wegen erwähnen wir hier noch die in diesem Punkte von allen andern Alexanderromanen abweichende Darstellung des altfranzösischen Romans von Lambert li Tors, welche den Hergang in folgender Weise erzählt: Alexander habe vier Greise gefangen, von denen er die Nachricht erhielt, dass in der Wüste drei verzauberte Quellen seien, deren eine die Kraft habe, einen hundertjährigen Menschen, der sich in ihr bade, zu einem dreissigjährigen zu machen; die zweite verleihe dem sich in ihr Badenden die Unsterblichkeit, die dritte mache einen Todten, den man mit ihrem Wasser wasche, wieder lebendig. Alexander beschliesst, diese Quellen aufzusuchen; die erste findet er wirklich, allein sie hat für ihn keinen Werth. Die beiden andern entdeckt einer seiner Abgesandten, der hier den Namen Henoch trägt, trinkt von dem Wasser der Unsterblichkeit, verkündet aber dem Könige, Niemand könne sie vor Ablauf eines Jahres finden. Alexander, hierüber erzürnt, lässt den Henoch, da er ihn nicht todten kann, in eine Säule einsiegeln. Treten wir jetzt der Frage nach dem Ursprünge dieser eigentümlichen Sage von Alexanders Zuge nach der Quelle des Lebens oder nach dem Paradiese näher, so gelangen wir alsbald zu der Ueberzeugung, drss der Orient die Heimat derselben ist. Denn erstens erkennen wir in derselben den orientalischen Geist so recht eigentlieh wieder, und zweitens ersehen wir aus der weitläufigen Behandlung, deren sich diese Sage bei den orientalischen Schriftstellern zu erfreuen hat, welches Interesse und weleben Anklang sie bei den Völkern des Orients gefunden