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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 4 · p. Seite 128

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 4
Article
Beiträge zur Alexandersage
Date
1866-01-01
Page
Seite 128 (sequence 8)
Language
German
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128 Beiträge zur Alexandersage. Sage gänzlich, ein Umstand, der uns sehr bedeutsam für die Erklärung desselben zu sein scheint. Von den occidentalischen Bearbeitern der Alexandersage erwähnen die meisten die Reise in’s Paradies oder nach der Quelle des Lebens gar nicht; so die beiden ältesten Recensionen des Pseudo - Callisthenes, Julius Valerius etc., oder behandeln diesen Theil der Sage sehr kurz, unterlassen es auch, wie sie wohl sonst zu thun pflegen, Betrachtungen und Belehrungen daran anzuknüpfen. Eine Ausnahme hiervon macht der Pfaffe Lambrecht, dessen Schilderung von Alexander’s Zuge in das Paradies, oder in das Reich der Seligen zu dem Schönsten gehört, das die deutsche Literatur des Mittelalters aufzuweisen hat. Der Hergang ist in der Kürze folgender: Nachdem Alexander die ganze Welt seinem Scepter unterworfen hat, treibt ihn die u nh ez w in glich e Begier, sich auch des Paradieses zu bemächtigen, und Zins von den Engelchören zu erheben. Die Aelteren und Erfahreneu von seinen Begleitern widerrathen ihm zwar ein solch’ kühnes und frevelhaftes Wagniss, allein der König beharrt bei seinem unbeugsamen Entschluss. Er lässt Schiffe ausrüsten und mit- Proviant versehen, und fährt dann den Euphrat herauf, der nach Genes. 2 seinen Ur- Sprung im Paradiese hat. Nach vielen Abenteuern und Gefahren gelangt er an die Himmelsburg — denn das Paradies wird hier in echt mittelalterlich-ritterlicher Art als ein ungeheures, von den Engeln bewachtes, uneinnehmbares Castell dargestellt — und lässt durch eine Gesandtschaft die Uebergäbe derselben fordern. Auf ihr ungestümes Pochen erscheint ein Greis an der Pforte, der, sobald er Alexander’s Vorhaben vernommen, ihm den Rath ertheilt, schleunigst umzukehren und Gott um Gnade anzuflehen, dass er ihm sein frevelhaftes Beginnen verzeihe. Dann überreicht er der Gesandtschaft einen Stein, den sie ihrem Herrn bringen möge, damit er seine Kraft erprobe, denn: Sobald ihm deutlich wird gemacht, Welche sei des Steines Macht,

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