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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 4 · p. Seite 125

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 4
Article
Beiträge zur Alexandersage
Date
1866-01-01
Page
Seite 125 (sequence 5)
Language
German
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Beiträge zur Alexandersage. 125 zu gehen.“ Sie antworteten: ״Das kannst du nicht, denn der Weg dorthin führt durch dunkle Berge.“ Er aber erwiderte: ״Mein Entschluss, dorthin zu ziehen, steht fest, rathet mir also, auf welche Weise ich diesen Ent- Schluss ausführen kann.“ ״Wohlan denn,“ sprachen jene, ״verschaffe dir lybische Eselinnen, die im Finstern gehen können, und spanne Seile auf dem Wege aus, damit du auf deiner Rückkehr durch sie geleitet wieder an den Ort deines Ausganges gelangest.“ Alexander befolgte diesen Rath und kam zunächst in eine nur von Frauen bewohnte Gegend. Als er sich zum Kriege gegen sie rüstete, liessen sie ihm sagen: ״Wenn du uns besiegst, so hast du nur Frauen besiegt, unterliegst du aber, so wird man dich den von Weibern besiegten König nennen.“ Da bat er sie um Brot, sie aber reichten ihm goldene Brote auf einem goldenen Tische, und auf seine Frage, ob denn ein Mensch goldenes Brot essen könne, antworteten jene: ״Wenn du dich von gewöhnlichem Brote nährest, hättest du zu Hause bleiben und nicht hierher kommen sollen.“ Bei seinem Scheiden aus dieser Stadt schrieb er an das Thor derselben folgende Worte: ״Ich, der Macedonier Alexander, war ein Thor, bis ich in die Stadt der Frauen kam und von Weibern Weisheit lernte.16 Darauf setzte er sich an den Bach und verzehrte sein Mahl. Als er die Fische, die er bei sich hatte, abwusch, strömten sie solch’ angenehme Wohlgerüche aus, dass er sagte: ״Ich erkenne daraus, dass dieser Bach aus dem Eden Messt.“ Einige behaupten, er habe mit diesem Wasser nur sein Gesicht gewaschen, Andere jedoch berichten, er sei dem Wasser gefolgt, bis er an der Pforte des Eden augelangt sei. Aisbald rief er aus: ״Oeffnet mir das Thor!“ Doch ihm ward die Antwort: ״Dies ist Gottes Thor, nur die wahrhaft Frommen ziehen durch dasselbe ein.“ Worauf er erwiderte: ״Ich bin ein mächtiger und angesehener König, gebet mir doch wenigstens Etwas.“ Da reichte man ihm einen Schädel. Alles Gold und Silber, das er bei sich hatte, legte er nun auf eine Wagschale, allein der Schädel wurde nicht aufgewogen. Als er hierüber erstaunt die Rabbineu nach der Bedeutung dieser eigentümlichen Er-

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