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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 4 · p. Seite 122

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 4
Article
Beiträge zur Alexandersage
Date
1866-01-01
Page
Seite 122 (sequence 2)
Language
German
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122 Beiträge zur Alexandersage. über den meisten Sagen gebreitet war, einigermaassen er• hellt worden. Eine ganz besondere Beachtung jedoch verdient die Alexandersage, die sich von allen andern Sagen wesentlieh dadurch unterscheidet, dass sie nicht Eigenthum eines einzigen Volkes oder mehrerer verwandter Nationen ist sondern ein Gemeingut der gesummten Menschheit bildet, dass sie, wie der Held, den sie besingt) die Scheidewand zwischen Abendnnd Morgenland, zwischen Griechen- und Barbarenthum kühn durchbrechend, sich in allen Religionen, in allen Himmelsstrichen, in allen Sitten und Gebräuchen, in allen Jahrhunderten heimisch zu machen verstanden hat. Die Griechen und Perser, die Egypter und Armenier, die Juden und Samaritaner, die Araber und Türken, die Italiener und Franzosen, die Deutschen und Slaven, die Engländer und Schotten, sie alle haben diese Sage bearbeitet, sie alle haben ihr den Stempel ihres eigentümlichen Volkscharakters aufgedrückt, ihre Sitten und Anschauungen in dieselbe niedergelegt, ihre innersten Gedanken und Empfindungen in sie hin ein geflochten. Die Thaten des kühnen Macedoniers, des grossten Königs, von dem uns die Geschichte berichtet, haben ihren Widerhall gefunden in den Gefilden, die der Orontes durchströmt, wie in den Eichenwäldern Germaniens, sein Name ist erklungen und besungen worden in den heissen Sandsteppen Arabiens, wie in den Thälern des schottischen Hochgebirges. Dass unter der grossen Zahl der Alexanderromane, die während des Mittelalters aller Orten verfasst wurden, sich manche befinden, denen jeder poetische Werth abzusprechen ist, die sich in Form und Inhalt als unfertige Machwerke mittelmässiger Dichter zu erkennen geben, kann uns nicht Wunder nehmen und darf uns die Erforschung dieses Sagenkreises nicht verleiden; werden wir doch hierfür reichlich entschädigt durch die bezaubernden Schilderungen, die erhabenen Lehren und Beispiele, die herrlichen Geistesblitze, die uns aus den meisten orientalischen und occidentalischen prosaischen und poetischen Alexanderbüchern in Menge entgegenleuchten. Schon früh wurde nämlich auf das Leben Alexanders

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