Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension] / H.
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 118 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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118 Recensionen und Anzeigen. selben im Ganzen recht scharf, klar und sachgemäss. Nur ist die Sonderung manchesmal zu subtil und künstlich; wir hätten ein grösseres Zusammenfassen der gleichartigen Stoffe gewünscht und eine weniger minutiöse Paragraphirung. So z. B. macht der Verfasser eine Trennung zwischen den hymaologischeu Stoffen der Transcendenz (S. 32) und den der Heiligkeit Gottes (S. 41, 42) und scheint diese Trennung durch ein langes, etwas schwerfälliges Citat Kahnis’ rechtfertigen zu wollen, aus welchem so viel hervorgeht, dass ״die Beziehung heilig auf das sittliche Sein, auf den Willen Gottes unwiderspreclilieh ist". Aber dies auch zugegeben, so muss man doch, ohne gerade mit Bergei, Hengstenberg u. A. für das Wort ״heilig" (קדוש) die Grundbedeutung ״aussondern" anzunehmen, den Begriff der Heiligkeit unter den der Transcendenz subsummiren, Gott ist transcendent erhaben durch seine Machtvollkommenheit und durch die sittliche Vollkommenheit, beide Vollkommenheiten gehören eben zur Transcendenz Gottes, zur Vollkommenheit überhaupt, die bei Gott theilvveise nicht denkbar sind. Consequenterweise müsste der Verfasser auch die Stoffe über die Gerechtigkeit, Liebe, Weisheit 11. 8. w. besonders behandeln. Eben so wenig wird sich eine strenge Theilung zwischen Liedern des ״Preises" und Liedern des ״Dankes" (S. 4P) durchführen lassen, weil in der hebr. Poesie, namentlich in der hyinn01 ogisehen die Begriffe ״preisen, loben, danken" so ziemlich zusammenfallen, denn תודה bedeutet nicht ausschliesslich ״Dank", wie der Verfasser meint, sondern auch, ja vielleicht noch öfter ״Preis" und ״Lob". Aus solcher überstrengen Sonderung entstehen auch recht viele Paragraphen, unter denen aber der § 20 ״Ein Wort Luther'8 über den hymnischen und elegischen Stoff- Charakter der Psalmen", der nichts Neues bringt, der überflüssigste ist, und er konnte im § 12 ״Wesen und Eintheilung u. s. w." im Vorbeigehen berührt werden. Kommen wir nun zur eigentlichen Arbeit. Die hebr. Poesie überhaupt wird hier nach dem Vorgänge Meier’s (Geschichte der poetischen Nationalliteratur der Hebräer, nach unserem Dafürhalten das beste Erzeugniss auf diesem Gebiete), in weitliehe und religiöse Stoffe getheilt. Das rein Weltliche ist, wie jedem Bibelkundigen bekannt, wenn man das Hohelied ausnimmt (das man aber auch nur in dem Glauben, es liege ihm