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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 3 · p. Seite 117

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension] / H.
Date
1866-01-01
Page
Seite 117 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Recensionen und Anzeigen. 117 sichten gegeben ist. Zwar kann auch in diesem Falle sich eine gewisse Selbstständigkeit geltend machen, indem entweder der Autor sich von vornherein eine Meinung bildet, die er an den Meinungen Anderer prüft, oder er schöpft mit Hülfe Anderer aus den Quellen, nimmt deren Ansichten in sich auf und re producirt sie; das eigene Schaffen geht nicht ganz in dem Anderer auf, es macht sich in irgend einer Weise erkennbar. Unser Verfasser referirt grösstentheils nur, wenn auch in sehr geschickter Weise; er spricht zumeist nur in Citaten, und gestattet sich nicht, selbst das Einfachste ohne fremde Unter- Stützung zu sagen. Gehen wir zur Sache selbst über. Die Abhandlung beginnt mit der Betrachtung der Kunst überhaupt. Eine gewiss untadelhafte Methode. ״Kunst, heisst es, ist die gesetzmässige Dar- Stellung der Idee der Schönheit.“ Diese Definition ist für Jeden, der nur einigermassen mit den Resultaten der neuesten asthetisehen Forschungen vertraut ist, eine geläufige und unbestreitbare. Ein kurzer Hinweis auf die neuesten Aesthetiker, etwa auf Rosenkranz, Vischer oder Carriere (die der Verfasser überhaupt gar nicht erwähnt, trotzdem der Letztere in seinem neuesten Werke die hehr. Poesie in den Bereich seiner scharfen Forschungen gezogen hat), hätte vollständig genügt. Der Verfasser aber begründet hier jedes Wort durch überaus lange, den Satz störende Citate aus altern Autoren, wie Müller, Kant, Krause u. A., die nicht am Platze sind. Ferner ist das Wesen der Schönheit ״organische Einheit“ und ״Symbol der Sittlich־ ke1t", Worte, die in den herbeigebrachten langen Citaten von Kant und Krause ganz so wiederkommen. Muss z. B. der Verfasser (S. 27. 28) erst Gewährsmänner, wie Luthardt, Tholuk, Tschirner und die Augsburger A. Z. für die Behauptung herbeiziehen, dass die heidnische Religion eine Naturreligion sei, dass durch sie die Macht der Sinnlichkeit gehe? Spricht die Mythologie nicht deutlich und beweisend genug? Es ist dies Alles doch nicht ein so wildfremdes Gebiet, dass man nicht wagen dürfte, ohne Legitimationskarte zu erscheinen. So viel über das Verhältnis8 des Verfassers zu den secundären Quellen. Was die Eintheilung und Classificirung betrifft, um mit der formalen Seite hier fertig zu werden, so sind die-

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