Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 15 (1866)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Aphorismen über die biblischen Offenbarungs-Wunder
- Date
- 1866-01-01
- Page
- Seite 104 (sequence 10)
- Language
- German
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, 104 Aphorismen ihnen wirkende Naturkraft, wie sie es in Wahrheit ist, als der gnadenvolle, gerechte und intelligente Weltengeist. Gott erscheint als יאל שרי als die göttliche Allmacht in der Schöpfung. In den Heimsuchungen der Menschen, wie in der Krankheit Pharao’s, so in den Verwüstungen der Elemente, wie in dem Untergange von Sodom und Gomorrha, thut sich die waltende Gerechtigkeit kund, in den Wanderungen, dein Segen und dem Ansehen, dessen sie sich erfreuten, offenbarte sich die gnadenvolle Liebe, und in ihrem Schicksale, in den geahnten und verkündeten Verheissungen, spricht sich ein höherer Zweck aus, nach dem Alles geleitet wird. Sich selbst aber betrachteten sie als Diener, als Priester Gottes, die seinen Namen verkündeten, ihm Altäre bauten und alle Pflichten der Menschlichkeit als seine Befehle betrachteten und übten. Selbst in den innern unmittelbaren Gefühlen der Pietät, da Abraham sich gedrungen fühlte, seinem Gotte, wie die Völker den ihrigen, das Theuerste, die Erstgeburt, zu opfern, wird die Stimme und das Gebot des heiligenden Weltengeistes vernommen. Gott offenbarte sich ihnen, sie haben seine Gebote erfasst, sichtbarlich undvernehmlieh zeigte er sich; sie haben ihn als Weltengeist erkannt und anerkannt, so wie er jedem Menschen in den Erscheinungen der Natur und den Ereignissen des Lebens geistig irn Glauben und in der Ueberzeugung sich als solcher offenbaren sollte. Von eigentlichen Wundern, die eine Störung und Veränderung der Natur voraussetzen, und zur Wahrnehmung bringen, ist in ihrer Geschichte nicht die Rede; nur einige prophetische treffen wir an, die sich als Visionen und Manifestationen uns darstellen. Wäre der Mensch bei dieser Erkenntniss eines Weltengeistes aus seinem eigenen geistigen Wesen stehen geblieben, hätte er sie sich selbst zu eigen gemacht, und wäre er für sein Leben und Streben der Einwirkung einer solchen Gottheit auf sein Inneres und ihrer Eingebung gefolgt, so wäre allerdings eine weitere Offenbarung nicht nöthig gewesen. Der Mensch kostete aber vom Baume der Erkenntniss des Guten und Bösen, und erstrebte dieselbe auf dem Sinnenwege der Erfahrung. Er prüfte, untersuchte und hielt sich an den Resultaten seiner sinnlichen Wahrnehmung, an den Wahrheiten und Lehren, die seine Sinne ihm vermittelten. Da war er nun zunächst hingewiesen auf die ihn umgebende Natur, und schöpfte seine Erkenntniss aus den