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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 3 · p. Seite 103

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 3
Article
Aphorismen über die biblischen Offenbarungs-Wunder
Date
1866-01-01
Page
Seite 103 (sequence 9)
Language
German
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über die biblischen Oifenbarungs-Wunden 103 bewusste Und intelligente Wesenhaftigkeit. Und wir dürfen daher wohl annehmen, dass, wenn auch nicht mit der Schöpfung der Natur, die durch den Causalnexus nur auf eine Urkraft hinweist, mit der des Menschen der wahrhafte. Gottesbegriff, die Wahrheit von dem Dasein eines Weltengeistes begründet und dargethan ist. Der Schöpfer der Natur wird dadurch für uns ein geistiges Wesen, der Gott der Wahrheit, der die Kräfte der Natur ins Leben rief, und in ihnen freiwillig waltet. Das geistige Wesen des Menschen, das in seinem Selbstbewusstsein sich ausspricht, legt ihm aber auch höhere Pflichten auf. Sein Inneres, das Gewissen, das ihm eingegeben wurde, belehrt ihn darüber. Er weiss sich frei von allen Naturtrieben, und muss daher auch seine Freiheit zu bewahren und zu erhalten suchen. Er muss die Triebe, wenn sie sich geltend machen, zu überwinden streben, und darf nur seiner Selbstbestimmung folgen, und nach geistigen Zwecken handeln. Er muss jeden Genuss, zu dem sein natürliches Begehren ihn einladet, der 801chen Zwecken aber nicht entspricht, sich versagen, und damit sein Leben heiligen. Er erkennt dann auch die andern Mensehen als verwandte Geister, sich gleich und gleichberechtigt, und fühlt sich gezwungen, Gerechtigkeit gegen sie zu üben; denn sie haben gleich ihm dieselben Ansprüche, und wie er die seinigen geachtet wissen will, so muss er auch die ihrigen achten. Der nackte Egoismus, der sonst in dem Triebe der Selbst- Erhaltung in der Natur waltet, ist somit in ihm überwunden; denn er macht sich nur von geistlosen gegen geistlose, nicht aber von geistigen gegen geistige Wesen geltend. Solche Lehren, die ihm gleichsam eingepflanzt sind, leitet er aber wieder nach seiner eigenen Anschauung von einer Urkraft, von Gott her, und sie werden ihm zu Geboten der hohem Allmacht und All- Weisheit. Aus seinem eigenen Wesen lernt er also sich als einen Diener Gottes betrachten. Er befolgt dessen Willen, wie er im Plane seiner Schöpfung sich darthut. Die Wahrheit von Gott und die Lehre für den Menschen ergibt sich also, so wie das Judenthum sie verkündet, als riehtig aus dem Bewusstsein des menschlichen Geistes, und die UebErzeugung davon culminirte in den Erzvätern. In allen Erscheinungen der Natur, in allen Geschöpfen und Ereignissen des Lebens, selbst in verschiedenen Menschen offenbarte sich die in

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