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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 2 · p. Seite 42

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 2
Article
Die religiöse Duldung nach der europäischen Völkertafel
Date
1866-01-01
Page
Seite 42 (sequence 2)
Language
German
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42 Die religiöse Duldung׳ Sittengesetzes mitbrachte, fand Schutz und Duldung. Auch konnte einem Glauben, dem Proselytenmacher ei fremd ist, der nicht gewaltsames Glücklich machen sich zum Ziele setzt, sondern in den von ihm gelehrten Wahrheiten den Schwerpunkt und die Kraft der Ueberzeugung für Nahe und Ferne erblickt, religiöse Duldung nicht fremd sein. Den Anhängern dieses Glaubens wurde der Satz Gemeingut: ״Die Frommen aller Völker haben Theil an der jenseitigen Seligkeit“ (Talm. Synhedrin 105); eine Anschauung, zu der sich noch nicht herrschende Religionen unserer Tage zu erheben vermochten. — Aber es wirkten viele Umstände von aussen den Juden unduldsam scheinen zu lassen. Der Jude wurde seit Jahrtausenden um seines Glaubens willen verfolgt, wurde im Namen eines Glaubens, zu dem er sich nicht bekannte, verfolgt; in welchem Lichte mussten ihm die Bekenner dieses Glaubens erscheinen? Ueberhaupt verschwindet von nun ab die Frage über Duldsamkeit. Diese Frage bewegt sich ausschliesslich auf dem neutralen Boden der Verschiedenheit der Meinungen, es soll eine die andere neben sich gewähren lassen; wo aber von der einen Seite im Namen der Religion verfolgt wird, kann von der andern Seite in dieser Religion nur eine Feindin erblickt werden. Wenn die Juden des Mittelalters den tiefsten Abscheu gegen Christen und Christenthum hegten, wenn in ihre Gebete sich Manches einmischte, das den bittern Gefühlen Ausdruck gab, so hat eine gerechte Nachwelt gerichtet, und nicht über den Juden das Verdammungsuriheil des Religionshasses ausgesprochen. Wenn gelehrte Theologen, wie Buxtorf, Wagenseil, Schudt u. A., aus jüdischen Werken herausstöberten, dass die Juden nicht gut auf Christen zu sprechen seien, so haben sie nur Zeugnisse einer verknöcherten Gelehrsamkeit abgelegt, die in ihnen die menschliche Regung unterdrückte, und sie im Juden den gemarterten gepeinigten Menschen seinen Tyrannen gegenüber übersehen liess; wenn noch im Anfang des vorigen Jahrhunderts auf hohem Befehl Büttel die Berliner Synagoge beim Alenu-Gebet überwachten, so gehört dies nicht zu den kleinsten Beschränktheiten des damaligen Herr-

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