Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 14 (1865)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Rückblick auf Zustände und Ereignisse der Juden in Frankreich, Italien, dem Orient und der Nordküste Africa's während der letztvergangenen Decennien
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 449 (sequence 9)
- Language
- German
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in Frankreich^ Italien, dem Orient u. d. Nordküste Africa’s. 449 confcento degli Ebrei, ed io spero che 10 saranno anchö di me." (Ich bin sehr zufrieden mit den Hebräern Und ich hoffe, sie werden es auch mit mir sein.) Man kann nach diesem Eingänge leicht urtheilen, dass das Resultat des Gespräches sehr günstig war. Auf die Bitte Rothschild’s gestattete der Papst, dass ausserhalb des Ghetto, doch in dessen Nähe, ein Haus errichtet werde, in welehern junge Leute in der Schuhmacherei und Weberei unterrichtet werden. Die päpstliche Regierung übernahm die Miethe des Hauses und das Gehalt des Aufsehers, welcher ein Christ war; die jüdische Gemeinde, welche das Recht hatte, die jungen Leute zu diesem Berufe auszu wählen, zahlte das Gehalt des Schuhmachers und der Frau, welche die Weberei lehrte. Diese Anstalt brachte viel Gutes zu Stande; sie wurde reichlich von der Familie Rothschild unterstützt, die seit dieser Zeit ohne Unterlass Allem, was die römischen Juden angeht, eine wohlw01־ lende Aufmerksamkeit widmet. Der beziehungsweise blühende Fortgang dieser Anstalt veranlasste sogar den württembergischen Consul, Herrn Kolb, die Familie Rothschild um ein neues Geschenk von 5000 Franken zur Erriehtung einer zweiten Anstalt dieser Art im Innern des Ghetto anzugehen. Diese, fügte er hinzu, würde den Vortheil darbieten, dass die jungen Leute am Sonntag arbeiten könnten und würde zugleich einer grossem Anzahl den Zutritt eröffnen. — Diese Anstalt hat auch einen so tiefen Eindruck bei der Gemeinde zurückgelassen, dass unter den drei Punkten, um welche sie im Jahre 1852 den Papst Pius IX. petitionirte, sich der Punkt fand: ״dass die unter dem Pontificat Gregor’s XVI. von der Regierung getroffen nen wohlthätigen Einrichtungen wieder hergestellt werden, damit die jungen Israeliten einige Handwerke erlernen könnten." So hatte 15 Jahre später und unter einem liberalen Papst ein solcher Rückschritt stattgefunden, dass man es als Wohlthat betrachtete, zu den an sich trüben Zeiten Gregor’s XVI. zurückzukehren! Ehe wir Herrn C. nach dem Ghetto folgen, wollen wir gern auf manche seiner angenehmen Begegnungen hören. Herr C. machte die Bekanntschaft des ehr- und Hebens-