Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 14 (1865)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Rückblick auf Zustände und Ereignisse der Juden in Frankreich, Italien, dem Orient und der Nordküste Africa's während der letztvergangenen Decennien
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 448 (sequence 8)
- Language
- German
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Pf *y>r - 448 l Rückblicke äuf Zustande und Ereignisse der Juden Studien oblagen oder sich dem Handel widmeten, fanden in dieser Musterschule, für welche die Familie Franchetti grosse Opfer gebracht hatte, und die auf Kosten der Gemeinde unterhalten wurde, alle Hülfsmittel, um ihren Geist zu bilden und sich für eine thätige und ehrenhafte Laufbahn vorzubereiten. Dieses Urtheil konnte ich, sagt Herr C«, nur bestätigen, als ich ein Vierteljahrhundert später diese Anstalt besuchte, die zu ihren wissenschaftlichen Lehrern den gelehrten Ben Amozegh zählt, der gleich geschätzt als Prediger und Schriftsteller ist. Zu Livorno übergab Basevi, Syndicus der Gemeinde, dem Herrn C. eine Abschrift des Briefes, welchen die Samaritaner zu Naplus einige Jahre vorher an die Juden dieser Stadt (Livorno) in der trügerischen Hoffnung gesendet hatten, sie seien Samaritaner und nicht rabbanitische Juden. «Diese Hoffnung nährten sie noch im J. 1854, als Herr C. einen Sabbat bei ihnen zubrachte. Dasselbe Schiff, das Herrn C. nach Livorno gebracht hatte, führte ihn nach Civita-Vecchia, einem der langweiligsten Orte, welcher aber den Vortheil hat, das Thor Rom’s zur See zu sein. Herr C. hat diesen Ort fünfundzwanzig Jahre später besucht; der Aufenthalt der französischen Armee, die gern diesen traurigen Ort verlassen möchte, hat nicht vermocht, ihn heiterer zu machen, obschon er für den Handel sehr gut gelegen ist und eine wichtige Stadt werden könnte. Allein es ist bekannt, woran das eigentliche Hinderniss liegt. — ,Endlich gelangte Herr 0. nach Rom, das er in den Jahren 1838—1839 mehrmals besuchte und sich an der Wahrnehmung, welchen Wechsel Herr von Rothschild in dem traurigen Schicksale der Jaden herbeigeführt, erfreute. Gregor XVI. war damals Papst. Er war gerade nicht ein freisinniger Mann, — dieses schien ihm sogar im Wider- Spruch mit der hohen Stellung, die er einnahm, — doch war er ausser den apostolischen Regeln, die nach den Worten, deren er sich gern bediente, ihm den Weg verrammelten, ein trefflicher Mensch. Ich rufe mir, sagt Herr C., die wohlwollenden Worte zurück, mit denen er den Baron James von Rothschild empfing: ״Io sono molto