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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1865-01-01 · Heft 12 · p. Seite 447

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
14 (1865)
Issue
Heft 12
Article
Rückblick auf Zustände und Ereignisse der Juden in Frankreich, Italien, dem Orient und der Nordküste Africa's während der letztvergangenen Decennien
Date
1865-01-01
Page
Seite 447 (sequence 7)
Language
German
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~ in Frankreich, Italien, dem Orient u. d Nordküste Äfrica’s, 447 Anstalten durchaus verboten. — Herr C. ging hierauf nach Genua, um sich von da nach Livorno einzuschiffen. In dem stolzen Genua (Genova 1a superba), wo sich schon zuerst der Anblick einer wirklich italienischen Stadt darbot, bewunderte er neben den^reichen Palästen und Galerien den herrlichen Anblick des Meeres. Diese Stadt, die jetzt eine ziemliche israelitisches Gemeinde enthält, war damals den Juden verschlossen, und dieses Land, welches die Wiege der italienischen Freiheit geworden, und das bei offenen Thüren allen seinen Kindern den Zutritt zu allen Ehren und Würden gestattet, war zu jener Zeit von allen Israeliten wie ein verpesteter Aufenthalt gemieden. ״Der dritte Mann, dem ich begegnete,“ erzählt Herr C., ״war entweder ein Priester oder ein Soldat; der jesuitische Geist, der von oben wehete, schien unsern unglücklichen Glaubensgenossen, deren Zahl zu dieser Zeit nicht beträchtlich war, und wenn ich mich nicht täusche, im ganzen Königreiche nicht die Zahl 8000 erreichte, keinen Schatten von Hoffnung zu lassen. Zwanzig Jahre später hatte sich Alles geändert, und es bewahrheitete sich von Neuem das Wort des grössten der Propheten: ״Der Ewige wird für euch streiten, ihr aber schweiget.“ Eine Seereise von einer Nacht führte Herrn C. in ein beziehungsweise freies Land und in eine Stadt, die als Gemeinde zu jener Zeit die erste auf der Halbinsel war. Livorno war unsern aus Spanien verjagten Brüdern eine Zufluchtsstätte, und sie erbauten daselbst, als Beweis ihrer tiefen Dankbarkeit gegen die Vorsehung, deren Wege unerforschlich, eine prächtige Synagoge aus weissem Marmor. Livorno war ferner seit vielen Jahren durch seine Buchdruckerei ein eigentlicher vermittelnder Stapelplatz zwischen den Gemeinden von Tunis und denen der Levante; und Livorno hatte auch zu jener Zeit schon mehrere jüdische Mitglieder in seinen! Stadtrath und öffnete seine Thore jedem Fremden. Der verstorbene Doctor Uzielli, einer der ausgezeichnetsten Israeliten Italiens, führte Herrn C. in die Gemeindeschule, welche schon damals trefflich dirigirt wurde. Knaben und Mädchen, kleine Kinder und Jünglinge, welche entweder den heiligen oder profanen

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