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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1865-01-01 · Heft 12 · p. Seite 445

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
14 (1865)
Issue
Heft 12
Article
Rückblick auf Zustände und Ereignisse der Juden in Frankreich, Italien, dem Orient und der Nordküste Africa's während der letztvergangenen Decennien
Date
1865-01-01
Page
Seite 445 (sequence 5)
Language
German
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in Frankreich, Italien, dem Orient u. d. Nordküste Africa’s. 445 düstersten für die Gemeinde und ihre Anstalten. Früher wurde jährlich ein Budget festgestellt, und es wurde durch von der Regierung angestellte Einnehmer zu dem Budget beigefcragen. Nachdem aber der Staat einen Theil der Gemeindeausgaben übernommen hatte, durfte ein Budget nicht mehr festgestellt werden, und es war Alles dem guten Willen überlassen. Aber es hatten viele Mitglieder durch die politischen Umwälzungen gelitten, und die Gemeinde befand sich in traurigen ökonomischen Verhältnissen. Das Consistorium sah sich daher veranlasst, die Gehälter aller Beamten, auch die der Vorbeter, zu kürzen; man musste sogar die Knabenschule schliessen. Doch wurde die Schule irn März 1832 #wieder eröffnet, und das Consistorium machte bekannt, dass es seinen Anstrengungen gelungen sei, mit Hülfe einiger Wohlthäter die Hindernisse zu beseitigen, und dass nun Alles zu der Hoffnung eines glücklichen Fortganges berechtige. Es hat nun aber das Recht, darauf zu rechnen, dass die weniger bemittelten Eltern ihre Kinder die dargebotenen Vortheile werden gemessen lassen, und dass es nicht werde mit Schmerz wahrnehmen müssen, dass einige Fandlienväter, blind für das Wohl ihrer Kinder und verlockt von dem Reiz eines kleinen Gewinnes, sie von früher Jugend an dem Kleinhandel widmen und sie in einer Art moralischer Nacktheit verkommen lassen, die eine Quelle des Elends und oft des Verfalles in einem vorgerückteren Alter wird. Auch die Gesellschaft der Freunde der Arbeit, die sich einige Jahre früher gebildet und die zum Zweck hatte, den jüdischen Jünglingen die Lust an Handarbeit durch Erlernung manches Metiers beizubringen, hatte ihre Wirksamkeit eingestellt. Auch gab es keine Anstalt, um für die Kranken zu sorgen, noch überwachte Jemand die Jugend und den religiösen Unterricht. Ein trauriges Sichgehenlassen herrschte ״in Allem, was man gewöhnlich religiöses Leben nennt: und der Fremde, der aus Gemein den kam, in welchen Cultus und die damit verbundenen Anstalten blüheten, war erstaunt über die Unordnung und das Nichts, welches hier allenthalben zu Tage

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