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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1865-01-01 · Heft 11 · p. Seite 407

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
14 (1865)
Issue
Heft 11
Article
Rückblick auf Zustände und Ereignisse der Juden in Frankreich, Italien, dem Orient und der Nordküste Africas's während der letztvergangenen Decennien
Date
1865-01-01
Page
Seite 407 (sequence 7)
Language
German
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in Frankreich* Italien, dem: Orient u. d. Nordküste Äfrica’s. 407 wir uns auf die Heranbildung der zweiten (neueren) Gemeinde.2) Die ersten Israeliten, die in sehr kleiner Zahl sich in Paris niederliessen, gehörten dem portugiesischen Ritus an: sie kamen aus Bordeaux und Bayonne, wohin sie aus Spanien und Portugal am ]Ende des 15. Jahrhunderts eingewandert waren. Ihre gottesdienstliche Vereinigung fand seit ungefähr 1770 in einem Zimmer rue Saint־Andre des Arts statt, später änderten sie dieses Zimmer in einen Betsaal um und es wurde daselbst der Gottesdienst bis zum Jahre 1829 abgehalten, worauf er dann nach der gegenwärtigen (portugiesischen) Synagoge verlegt wurde. Diese kleine Gemeinde erhielt die Erlaubniss, rue de Flaudres 44 einen kleinen Platz zu einem Friedhofe zu erwerben. Dieser Friedhof, auf dem bis zum Jahre 1809 beerdigt wurde, steht noch heute unter der Verwaltung des Wohlthätigkeitscomite’s, welches jährlich eine Steuer von 18 Franken hierfür entrichtet. Ich habe im Jahre 1861 ein Verzeichniss der damals noch vorhandenen 23 Grabsteine aufnehmen lassen; der älteste hat die Inschrift: .שלמר פערפיניאן ־תקכ״א■. Die Namen, die man noch findet sind: Rodrigu.es, Pereire, welcher diesen Friedhof gekauft zu haben scheint, Salomon Fernandez Patto u. A. Das letzte Grab hat die Inschrift: Rachel-Silva Dacosta 1809. Von diesem Jahre ab wurde die Bestattung an diesem Orte untersagt und der Gemeinde aufgegeben, von nun ab auf dem Pere-Lachaise zu begraben. — Die Juden vom deutsehen Ritus hatten ihren Friedhof auf Montrouge an der Seite des Gartens des Geistlichen dieser Localität, dessen Mauer noch heute als Mittelmauer dient und der zugleich mit dem Wohlthätigkeitscomite die obliegenden Steuern entrichtet. Man findet daselbst 67 Gräber, deren ältestes 2) Es bedarf kaum der Erwähnung, dass Herr Cohn durehgeliends spricht. Herr C. hat mit vieler Mühe und Sorgfalt die geschichtlichen Documente gesammelt und wo diese, wie nicht selten, sich nur sparsam fanden, von Männern, die noch die früheren Tage kannten, Fachrieht erholt. D. R.

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