Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 14 (1865)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Zur Geschichte der allegorischen Schriftauslegung
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 345 (sequence 11)
- Language
- German
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Zur GiescHichte der allegorischen Schriftausleguüg. 345 sie!nicht■ ertragen• können. Deswegen sind die Erzählungen der Thora das Kleid der Thora. Wer da glaubt, dass dieses IDeid die Thora selbst sei, dessen Geist werde aus geblasen und er habe keinen Antheil an der künftigen Welt. Deshalb betete David: ״״Oeffne meine Augen, damit ich Wunder schaue aus deiner Thora"" — was nämlich unter dem Kleide dieser Thoraist. Komm’und siehe! Jene Thoren, wenn sie einen Menschen in einem schönen Kleide sehen, dann verlangen sie nichts weiter. Allein besser als das Kleid ist der Körper und besser als der Körper ist die Seele. Ebenso ist es mit der Thora. Die Gesetze der Thora nennt man den Körper der Th ora. Dieser Körper ist bekleidet mit dem Gewände weitlicher Erzählungen. Die Thoren sehen nur auf dieses Gewand, ohne nachzudenken, was unter diesem Gewände verhüllet ist. Die Mehrwissenden sehen nicht auf das Kleid, sondern auf den Körper, der unter diesem Kleide ist. Die Weisen hingegen, sehen nur auf die Seele, welche die Hauptsache der ganzen Thora ist4)." Diese Stelle zündete. Sie eröffnete dem Scharfsinn und der Phantasie ein unermessliches Feld für den ungehemmtesten Flug. Auf diese Stelle berief man sich, wenn man daran ging, die frappantesten Ideen in das Schriftwort hineinzutragen oder in das ״Kleid der Thora" einzuhüllen. Dies sehen wir z. B. bei dem hier von uns bereits genannten 18ak Arama ~ den wir in Bezug auf kühne allegorische Deutungen, herrlichen Schwung der Rede, Kenntniss der Zeitphilosophie und begeistertes Durchdrungensein von der unübertrefflichen Wahrheit der jüdischen Lehre, den spanischen Philo nennen möchten. Gestützt auf die obige Stelle ״des göttlichen Simeon ben Jochai" (יוחאי p האלחי ר״ש) unternimmt er es, aus dem schlichtesten Worte der Schrift die eigentümlichsten Allegorieen herauszudeuten5). Die Ansichten D on Isaak Abrav anel’s über allegorische Schriftauslegung sind in dessen Bibelkommentar (ed. Hanau 4) בהעלותך yD זהר ed. Frankf. a. d. 0. pag. 152. ף Yergi. z. b. חזות קשה a. a. 0. '־a•- J\