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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1865-01-01 · Heft 9 · p. Seite 341

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
14 (1865)
Issue
Heft 9
Article
Zur Geschichte der allegorischen Schriftauslegung
Date
1865-01-01
Page
Seite 341 (sequence 7)
Language
German
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Zur Geschichte der allegorischen Schriftauslegung. : 841 er in Zer Einleitung zum More, war die Erklärung der sehr dunkeln bildlichen Reden, denen inan 1'n den prophetischen Büchern begegnet und durch welche der Gebildete in die grösste Verwirrung geräth (in den Zwiespalt zwischen Philosophie und Schrift). Erklären wir ihm jedoch die Allegorie, oder machen wir ihn auch nur aufmerksam darauf, dass es eben nur eine bildliche Rede sei, die er vor sich hat, dann befreien wir ihn aus seiner Verwirrung. Ich habe aus dem Grunde mein Werk den ״Führer der Verirrten" genannt. Er theilt die Allegorieen der Schrift in zwei Klassen. Bei der erstem habe jedes einzelne Wort seine besondere Bedeutung; es bilde einen integrirenden Bestandteil in der Ausmalung des Gedankens, den die Allegorie zum Ausdruck zu bringen sucht. So sei in dem allegorischen Traume von der Jakobsleiter jedes daselbst vorkommende Wort zur vollständigen Dar- Stellung der Idee, die dem Ganzen zu Grunde liegt, von unerlässlicher Wichtigkeit. Bei der zweiten Klasse jedoch dürfe nicht in jedem einzelnen Worte eine besondere Bedeutung gesucht werden, weil da die vielen Einzelheiten blosse Aus- Schmückungen seien an dem äussern Mauerwerke der Allegorie, ohne mit den innern Gedankengängen derselben im Zusammenhange zu stehen. Mahn, legt grosses Gewicht auf diese Unterscheidurig, weil ohne dieselbe kein Verständniss der biblischen Allegorieen möglich sei. (Einl. zum More.) Maimuni geht von der Ansicht aus, dass die Bibel nicht nur die sittliche Praxis der Menschen regele, sondern ihnen auch höhere Wahrheiten zu offenbaren den Zweck habe (More II, 36). Die Mittheilung von transcendenten Ideen könne jedoch zumeist nur im Gewände der Allegorie geschehen. Wer es versucht, sie ohne diese allegorische Hülle darzustellen, sei meist noch dunkler, als wenn er in Bildern und Gleichnissen redet. So wie die Schöpfungsgeschichte die ganze Physik/in sich begreift, so sei in der von Jecheskel gemachten Schilderung des göttlichen Thronwagens die ganze Metaphysik enthalten. Um jedoch solche Gedankenschätze zu heben, genüge es freilich nicht, bei dem Literalsinn stehen zu bleiben, und wie die geistig armen 8 chrift erklär er die ganze Weisheit in die biblische Wort- Erklärung zu setzen 5). המפרשים העניים אשר יחשבו כי ידיעת פי׳ המלות היא :29 ,11 More (׳

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