Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1865-01-01 · Heft 9 · p. Seite 340

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
14 (1865)
Issue
Heft 9
Article
Zur Geschichte der allegorischen Schriftauslegung
Date
1865-01-01
Page
Seite 340 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2829132-2829318-2829328-2861529--09406-2861577
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

,'Y׳?' y׳V-.4im־< 1״ז־־׳';־vj 1;ג •;יי־•-;^ --, v:^-y,, V?rvi: - 340 ׳ Zar Geschichte der allegorischen Schriftauslegung. Art gelte die Erzählung von der Leiter im Traume Jakob’s, wo das Ganze nur Allegorie sei; als Beispiel für die dritte Art sei die Erzählung von den drei Brunnen2) zu betrachten. Es hat dies etwas Verwandtes mit den von christlichen Theologen angenommenen vier Auslegungsweisen, die man die hi- 8torischehistorisirende, allegorische und mythische Erklärungsart nennt. Die ebenso von christlichen Theologen angenommenen vier Auslegungsarten, nämlich: mystische, anagogische, moralische (oder tropologische) und typische — sind die in kabbalistischen Schulen unter dem Notarikon 3( פשט , רכלן, דרוש , סוד) סרדס) bekannten vier Auslegungsweisen. Bekanntlich wurden dieselben von Nikolaus de Lyra zum Gegenstände eines, übrigens fehlerhaften, lateinischen Distichons gemacht. Wir müssen hier noch den Standpunkt Maimuni’s in dem von uns hier behandelten Gegenstand beleuchten. Wir wollen dies in möglichster Kürze versuchen. Eines der grössten Ziele, das sich der unsterbliche jüdische Weltweise aus Kordova vorgesteckt, war die Freimachung aller geistigen Begriffe von den sie versinnlichenden Vorstellungen bei seinen jüdischen Zeitgenossen. Hierzu, fand er nicht nur die Verbreitung geläuterter Ansichten über Gott, Engel, Jenseits u. dergl. nöthig, sondern ebenso auch die Verbreitung einer riehtigen Auffassung des heiligen Schriftwortes, das zu dem menschliehen Gemüthe so oft in menschlicher Ausdrucksweise redet4), fand er dazu unerlässlich. Zu einer solchen richtigen Auffassung thue aber ein Zweifaches nöth: erstens das Verständniss der in der Schrift so häufig vorkommenden vielsinnigen Ausdrücke (Homonymen) und zweitens das Verständniss der Allegorieen. Meine zweite Absicht bei Abfassung dieses Werkes, sagt וירמוו יחד, והדרך הרביעי מורכב משניהס, חלק ממנו יגיד לבד וחלק מטנו .ירמוו ויגיד יחדיו 2) 1. B. M. 26, 18ff. Vgl. hierzu Ramban im Pentat. Komment. .3) Ausführlich handelt hierüber Mendelssohn a. a. 0. 4) Vergl. über דברה תורה כלשון בני אדם die Aufsätze im Ozar Nechm. I. S. 125 und 159. Ferner meinen Artikel hierüber in der hehr. Zeitschr. מבשר I. Kr. 48.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.