Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 14 (1865)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Zur Geschichte der allegorischen Schriftauslegung
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 339 (sequence 5)
- Language
- German
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Zur Geschichte der allegorischen Schriftauslegung. 339 verleitet, wohl von Vielen allegorisch gedeutet, doch fast Niemand specialisirt dies Alles so sehr als ebenLevi ben Gerson. Der Garten Eden ist ihm die Vereinigung mit dem ״thätigen Verstand" (־— (השכל הסועל eine Vereinigung, die dem Menschen die höchste Seligkeit za bereiten bestimmt ist. Was jedoch diese Vereinigung stört, ist — die Schlange, das Bild der Einbildungskraft (הכה הדמיוני), die ewig die denkende Vernunft von dem Hohem ablenkt. Zur Strafe dafür kann sie (die Einbild ungskraft) sich nicht auf eigenen Füssen bewegen (ל(על (הנך תלך da sie alle Eindrücke nur durch das Medium der Sinne in sich aufnehmen muss. Und ״Staub“ ist ihre Nahrung, da die Einbildungskraft immer nur das Irdische umfasst, mit ihrer Thätigkeit nie zu dem Abstrakten und Allgemeinen sich erheben kann. Dabei besteht ״Feindschaft“ zwischen ihr und dem Menschen, da die Einbildungskraft nur dann ihre Thätigkeit zu entfalten im Stande ist, wenn die Sinne des Menschen (z. B. durch den Schlaf) gebunden sind 11. s. f. In der angeblich von Nachmanides herrührenden Abhand־ lung 9זכות אדם הראשון״)“ kommen sieben Theorieen über die Schriftauslegung vor, davon die sechste eben die allegorische Auslegungsweise umfasst. Dieselbe sei bei dem gesetzlichen Theile des Pentateuchs durchaus nicht am rechten Orte, da die 613 Gesetze allesammt nur buchstäblich zu nehmen sind. Bei dem geschichtlichen Theile jedoch sei zu unterscheiden, ob die Erzählung dem gesunden Menschenverstände (האטשירת NTDD הישרה) eonform sei oder nicht, in welch’ letzterm Falle, die bildliche Auslegung unvermeidlich ist, da die Schrift uns gewiss nicht Widersinniges oder gar Lächerliches aufnöthigen will. Die Erzählungen der Schrift seien von vierfachem Gesichtspunkte zu betrachten. Manche wollen nur eben erzählen und nichts nebenbei andeuten; manche dagegen wollen blos andeuten und nichts erzählen; andere wollen beides vereint: erzählen und andeuten; endlich noch andere wollen in einem Theile blos erzählen und im andern Theile neben der Erzählung zugleich eine allegorische Andeutung bringen '). Als Beispiel für die zweite 9) Ueber Cap. 2 der Genesis, als Anhang III. abgedruckt in der von Jellinek ed. Derascha des Nachmanides. קצתבם יגידו בזולת שירמזו, וקצתם ירמוו בזולי־ז שיגידו,וקצתם יגידו <'