Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 14 (1865)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Zur Geschichte der allegorischen Schriftauslegung
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 304 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/2829132-2829318-2829327-2861457--09350-2861501- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
v _ s r r ", * 1 ״ ־־.ז -י* ז ־״/ ,ך A04 ' z^ir Geschichte der allegorischen Schriftauslegfing. allegorische Auslegungsweise auf das Judenthum übertrugen, sind B injamin N aha wen di (um 800) und sein Zeitgenosse Jehuda oder Judghan aus Hamadan. Binjamin will jedoch die allegorische Deutung nur bei den anthropomorphistischen Ausdrücken in der Schrift anwenden, nicht aber bei den darin enthaltenen gesetzlichen Vorschriften. Das Hohelied und das Buch Kohelet hatte er allegorisch erklärt, und der karäische Polemiker Salomo b. Jerucham 9) bemerkt tadelnd hierüber, dass Binjamin der Erste sei, der die allegorische Auslegungsweise eingeführt. Von Judghan berichtet Scharastani’): ״Er glaubte, dass die Thora einen äussern und einen Innern Sinn, eine buchstäbliehe und eine allegorische Erklärung habe, verschieden von den Auslegungen, welche die Juden im Allgemeinen annahmen.“ Doch eine eigentliche jüdische .Religionsphilosophie begann erst mit Saadia, und bei diesem begegnen wir bereits einer ausführlichen Auseinandersetzung über die allegorische Hermeneutik. In seiner Abhandlung über die Auferstehung (Emunot VII, 1) wirft er nämlich die Frage auf, ob jene Schriftstellen, die von der Wiederbelebung der Todten sprechen, nicht etwa im allegorischen Sinne auf die politische Wiedergeburt Israels zu beziehen sein dürften, und findet dadurch Veranlassung über die allegorische Auslegungsweise überhaupt zu sprechen. Wenn man, sagt Saadia, Schriftstellen ohne innere Nöthigung ihres einfachen Sinnes entkleiden und allegorisch um deuten dürfte, so würde man bald dahin gelangen, alle biblischen Gesetze (ל(מצות השהעיות Erzählungen (הנדות הקדמוניות) und Wunder (האותות הנ21דות) als blosse Symbole aufzufassen, so dass nichts bei seinem eigentlichen Sinne bliebe, sondern zum Spiel der ungebundensten hermeneutischen Willkür würde. So könnte &) Einl. zu Kohelet, bei Pinsker, Likute Kadm. Anhang S. 109. מהראוי הוא לחכמינו שידעו שענייני קהלה עה״ש הם כפשוטם ואיגם משלים ואמנם קדמתיו כאן לפי שראיתי אנשים פתרו הספר מולח הראוי, ואמרו וזרח השמש ובא השמש ירצה התגלות הממשלה והסתרה,ופתר ביום שיזועו וגר על בית המקדש ושהשומרים הכם הבחנים והלוים, ופירש המפר כולו ע״ז האופן, וראשון טי שהחל אלה העניינים בנימין אלנהואנדי. .256 .0 .A. a (י