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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1865-01-01 · Heft 8 · p. Seite 301

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
14 (1865)
Issue
Heft 8
Article
Zur Geschichte der allegorischen Schriftauslegung
Date
1865-01-01
Page
Seite 301 (sequence 6)
Language
German
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V$äg ר׳״י״י l ־ ■'* tr ‘ -י' י',™ 'r 'S'f * s “« ׳ - / Zür‘־G6schichte\3^%lIegö־rischcn״■ ׳Schrifttoslegung•. \ 301 in diesem grossen Gebiete sein, um es nicht zu wissen, welche Rolle die Allegorie eben bei den talmudischen Weisen spielte. Nur muss da scharf geschieden werden zwischen den zwei talmudischen Gebieten Halacha und Hagada. Die^rstere, welche sich die Durchforschung und Feststellung des Gesetzes zum Ziele setzte, schied die allegorische Schriftauslegung strenge aus. Hier gilt ingewissem Sinn der Grundsatz, dass kein Schriftvers seinein einfachen Wortsinne entrücktwerden dürfe (אי[ מקרא יוצא כלידי ־״ פשוטו Sab. c. 6; debam c. 2). Ganz anders dagegen gilt 68 in diesem Funkte im Gebiete der Hagada, die auf die Normirung des Gesetzes durchaus keinen Anspruch macht‘). Die Hagada, י— welche schon der Etymologie nach mit der Homilie ganz verwandt ist2), — die Gedanken an Schriftstellen blos anlehnt, ja so oft Stellen aus dem Zusammenhänge reisst, um sie zum Anlehnungspunkte von Betrachtungen zu machen, die das Bibelwort dem Felsen vergleicht, aus dem der Hammer unzählige Funken herverschlägt, und die es ausspricht, das Gotteswort könne auf 49 oder gar 70 verschiedene Weisen ausgelegt werden, erkennt die allegorische Auslegung, aber eben nur zu homiletischen Zwecken, als vollberechtigt an. Das Hohelied wurde schon von den ältesten Misehnalehrern als allegorisches Zwiegespräch zwischen Gott und der Synagoge Israels aufgefasst (vgl. Jadajim III, 5). Das 37. Kapitel im Propheten Jecheskel, welches von der Wiederbelebung der Todtenbeine handelt, wird als eine. Allegorie betrachtet (Synhedr. 92b). Eben so wollten einige Lehrer das ganze Buch Hiob als Maschal ansehen (Baba bat. 15)*). Selbst biblische Gesetze werden allegorisch aus gedeutet. So z. B. die verschiedenen Auslegungen der vier Pflanzenarten3). Das Gesetz: ויתר תהיה על אזניך wird mit Hilfe eines Wortspiels bildlich gedeutet (Berach. 25 a). Der blaue Faden an den Schaufäden wird in allegorischem Sinn erklärt. Ebenso werden auch Erzählungen allegorisch gedeutet. Die zwei Armbänder im Gewichte von zehn Goldstücken, welche Elieser M: ׳ rJ §;:־ r) Vergi. Talmud j. Horiot, Ende: בעל״1 הגדה איגו לא אוסר מתיר לא מטמא ולא מטהר. 2) Da הגד ganz identisch mit ofidslv ist. *) Vergi. jedoch das. in welchem Sinne. D. Red, 3) S. Wajikra v. eap. 13; vgl. hierzu More III, 43.

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