Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1865-01-01 · Heft 8 · p. Seite 300

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
14 (1865)
Issue
Heft 8
Article
Zur Geschichte der allegorischen Schriftauslegung
Date
1865-01-01
Page
Seite 300 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2829132-2829318-2829327-2861457--09346-2861497
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

SOG Zur Geschichte der: allegoriscK^öt'SchriftauslegUDg. mus, veterum vobis fabulas recitari, sed. doceri vos per haec u't agnoscatis ordinem vitae. Oft würde, seiner Ansicht nach, die bloss buchstäbliche Auffassung zum Ruin der Religion werden. S. das. V. in Levit. I.: Haec omnia, nisi alio sensu accipiamus quam literae textus ostendit, obstaculum magis et Subversionen! religionis quam hortationem aedificationemque praestabunt. — Origines glaubt der Schrift einen dreifachen Sinn beilegen zu müssen: einen buchstäblichen als den leiblichen, einen moralischen als den psychischen und einen mystischen als den pneumatischen (Homil. V in Levit. V). Wir werden einer ähnlichen Trlchotomie später auch beim Sohar begegnen. Diese Methode des Allegorisirens, bei dem grossen und freien Spielraum, den sie der Phantasie gewährt, hatte eine machtige Anziehungskraft auf die Gemüther ausgeübt und daher im- Hier mehr Pfleger und Verehrer gefunden. Die Neuplatoniker, die dieselbe bei den Alexandrinern vorgefunden, suchten dieselbe auch auf die alten griechischen Mythen anzuwenden. Die ״homerischen Allegorieen", angeblich von Heraklidus Pontikus, stammen, nach dem Urtheil der neuern Kritik, aus den Schulen der Neuplatoniker her. Dass auch Flavius Josephus der allegorischen Schriftauslegung zugethan war, ergibt sich aus seiner Deutung der Stiftshütte. ״Von den drei Theilen der Stiftshütte, sagt er, stellen die zwei, die den Priestern eingeräumt waren, das Meer und das Land vor; der dritte Theil aber, der Gott allein Vorbehalten war, stellt den Himmel vor, der den Menschen unzugänglich ist. Die zwölf Schaubrote bedeuten die zwölf Monate des Jahres. Der Leuchter, der aus siebzig Stücken besteht, bedeutet die Zeichen, durch welche die Planeten gehen, sowie die sieben Lichter eben diese sieben Planeten bezeichnen. Die Teppiche, die aus vier verschiedenen Stoffen gewebt waren, deuten auf die vier Elemente hin : die Leinwand nämlich bedeutet die Erde, darauf der Flachs wächst; der Purpur bedeutet das Meer, welches mit dem Blute der Fische gefärbt ist; durch die Hyazinthe soll die Luft vorgestellt werden; der Scharlach endlich bedeutet das Feuer." Und wie sieht es mit der allegorischen Schriftauslegung im Talmud aus? Nun, man müsste sehr fremd und unbewandert

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.