Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 14 (1865)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Zur Geschichte der allegorischen Schriftauslegung
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 299 (sequence 4)
- Language
- German
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: ל Zur Geschichte der allegorischen Schriftaüslegung. 299 Maasens iozl zoSs 80y!10c zovzo ovk ipov *). Ja, alle Kenntnisse und Wissenschaften erscheinen ihm im Verhältniss zu der in der heiligen Schrift verborgenen göttlichen Weisheit wie die dienende Hagar (die Fremde) gegenüber ihrer Herrin Sara (der wahren Fürstin) 6). — Und wir bemerken hier gelegentlich, dass der philosophische Homiletiker 18 ak Arama. T), in der Fr zählung von Sara und Hagar ganz dieselbe Allegorie finden will und sie ebenso auf das Verhältniss der Philosophie zur Thora bezieht, ohne jedoch dabei Philo zu nennen. Die jüdischen Gelehrten des Mittelalters hatten eben von den phiionischen Schriften durchaus keine Kenntniss. Erst dem geistvollen Asaria deiRossi war es Vorbehalten, seine Glaubensgenossen bekannt zu machen mit dem ausgezeichneten jüdischen Alexandriner, von dem das Sprüchwort entstanden, ״es sei ungewiss, ob Philo wie Plato, oder ob Plato wie Philo schreibe 8)“. Philo wollte bei seinen allegorischen Ausdeutungen den buchstäblichen Sinn zwar keineswegs ganz verwerfen, jedoch als den gemeinen einem hohem Schriftsinn unterordnen. In vielen Fällen jedoch wird die geschichtliche Auffassung ganz bei Seite gesetzt, um das Erzählte nur als bildliche Darstellung von Ideen zu fassen. Ueber die Erzählung z. B. von der Er- Schaffung des Weibes aus der Rippe des Mannes sagt er geradezu: zo §r\zov 87tl zovzov fivd'cSdeg 86z19). Die phiionische Auslegung׳«weise fand auch bald christliche Nachtreter. Einer der bedeutendsten war ebenfalls ein Alexandrin er — Origines. Auch ihm ist der biblische Wortsinn immer nur der Träger höherer Ideen und er verweist es strenge, die biblischen Erzählungen als blosse Mähren zu betrachten sondern nur als Anweisungen für die höhere Lebensordnung. Vergl. Homil. II. in Exod. III.: Nolite putare, nt saepe jam dixi- 5) A. a. 0. 6) De congressu querendae eruditionis gratia I. 519. 7) s. חזות קשה capnt 11. ף s. Meor Enajim in. «ap. 4: הללוהו הסופרים לאמור שככה נדמה בהליכותיו לאפלטון הלא מסיימי איזה משניהם אחז הרך רעהו — es ist dies das bekannte rj GHlcov ulazcovi^iy. rj Tlldzcov cpikovlQsi. 9) Legis allegor. 1, 70. 24*