Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 14 (1865)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Zur Geschichte der allegorischen Schriftauslegung
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 298 (sequence 3)
- Language
- German
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"יי-", - / - - c י 298 Zur Geschichte der allegorischen Schriftäiisleguhg. lena, Sichern zu einem Troja und Juda zu einem Achill machte3) — sondern man bemühete sich auch Lehrmeinungen griechischer Philosophen in der Bibel aufzufinden oder vielmehr in dieselbe hineinzutragen. Und wie sah die Methode aus, mit der man da zu Werke ging? .,Es wurde, sagt Herr Dr. Frankel, mit von vorgefassten Meinungen getrübtem Blicke an die Schrift gegangen, und so las man in ihr mit dem verworrenen Alphabet des unklaren Blickes. ״״Hie Schrift spricht bildlich, ja verbirgt hinter ihrer wörtlichen, dein ungeübten Auge einfachen Leseweise einen tieferen geheimen Sinn, der sich dem in den Gebieten des Denkens geübten Geiste aufthut" " war die feste Ueberzeugung dieser Alexandriner. Die Geistesströmung trieb nun auf das Auffinden des innern Sinnes der Allegorieen hin; ihnen auf den entlegensten Wegen nachspüren, sie gerade da aufsudien, wo sie am wenigsten geahnt, der Zusammenhang auf sie am wenigsten leitete, war ein Triumph, eine höhere Beseligung, die den dem Worte des ,,״geheiligten Moses*“ Anhängenden und in die Mysterien desselben Eingeweiheten zu Th eil wird4)“. Selbst der hervorragendste jüdische Alexandriner, selbst Philo konnte sich über’ diese allegorisirende Manier seiner Zeitgenossen nicht erheben. Er eignete einem philosophischen Gedanken erst dann Werth und Geltung zu, wenn es ihm zuerst gelungen, denselben aus irgend einem Schriftwort künstlich herauszudeuten, in welchem Falle er dann immer befriedigt ausruft: ״Diese Idee gehört nicht mir, sondern sie gehört dem Moses!“ 3) Dr. Jellinek (Ben Chananja 1861, S. 18) bemerkt, dass dieses alexandrinische Epos in den kleinen Midrasch Wajissäu überging, gleichwie die Attribute des alexandrinischen Logos im palästinischen Midrasch auf die Thora übertragen wurden. — Wir glauben ebenso, dass es wahrscheinlich alexandrinischen Einflüssen zuzuschreiben ist, wenn wir zuweilen im Midrasch griechische Sentenzen biblischen Personen in den Mund gelegt finden, wie z. B. Midrasch Jalkut zu Jerem. (cap. 285) den Feldherrn Abner sagen lässt: ^לולי היה לארץ מקום לאחרו בו הייתי מועזעה •— was doch gewiss an den bekannten Spruch des Archimedes erinnert: Sog nr! ata kcd zi)v yy\v 4) S. ״Ueber palästinische und alexandrinische Schriftforschung14 im Seminarprogramm 1854.