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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1865-01-01 · Heft 6 · p. Seite 232

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
14 (1865)
Issue
Heft 6
Article
[Rezension]
Date
1865-01-01
Page
Seite 232 (sequence 5)
Language
German
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232 Recensibnen und Anzeigern das od'sv 71 HivrjCig im vovg, in der Intelligenz fand und diesen der Materie ganz und gar gegenübersetzte, begründet seine Stellung und Bedeutung in der Geschichte der Philosophie. Er hatte den Begriff des Chaos, der den griechischen Theogonieen sehr geläufig war, scharf und streng begrifflich erfasst und als Materie gesetzt, dieser alsdann als ergänzende5) Kraft die Intelligenz zur Seite gestellt, wobei er die letztere aus dem Gegensätze zur Materie näher bestimmt und entwickelt. So haben beide ihre Schranken an einander, das Wesen des vovg besteht aus den Eigenschaften, deren Gegentheil das Wesen der Materie constituirt; ist diese das Durcheinander, so ist jener das Fürsichseiende, — sie die bewegungslose, ordnungslose Starrheit, er die bewegende und ordnende Kraftthätigkeit. Eine solche Auffassung, welche den Begriff der Intelligenz erschöpft, ist aber noch weit entfernt, den israelitischen Gottesbegriff zu decken. Ja sogar wie diese Intelligenz zu denken sei, ob mit persönliebem Selbstbewusstsein ausgestattet, oder als allgemeines Weltbewusstsein, ist eine Frage, an welcher Anaxagoras, wie die ganze antike Philosophie, sorglos vorübergebt. Das Letztere anzunehmen, werden wir durch die ganze Anschauungsweise des Anaxagoras wohl berechtigt 6) — während es doch Niemand in Abrede stellen kann, dass bei den Israeliten das persönliche Selbstbewusstsein Gottes geradezu als Cardinalpunkt gilt. Anaxagoras erhebt sich daher gar nicht zur Erkenntniss eines Gottes, eines ens realissimum 7 *), bleibt vielmehr bei der Erkenntniss des 5) Arist. Phys. VIII, 5: ölo nal 9Avat-ayogecg og&äg lsy8L, xov vovv aTzct&ri cpaGncov notl d(uyfj slvcu, 718g mvr\68(0g dg%i]v tcolsl avxov slvai ׳ ovxco yag ycovcog clv v.ivoLy\ d%ivY\xog cav yial ngaxoiri dyuyrjg cov. Anaxag. und die Israel. S. 64, De anima III, 4 dyuyrj uvai, ivcc xgctxij. 6) Vgl. Anaxag. und die Israel. S. 82, Anm. 235, woselbst Aristoteles darnach fragt, wie sich der Anaxagorische vovg zur 1pv%r\ verhalte. Die Bestimmung des Geistes, wonach er yuovvog am:dg £q) savxov sei, ist nur im Gegensatz zur Materie gesagt, welche ja das Durcheinander ist. Simplic. Phys. fol. 35 a: sgxlv, 0161 8e %ai voog 8v1, also wohnt der allgeimene vovg eben in dem Einzelwesen. 7) ln den uns erhaltenen Fragmenten wird auch der vovg gar nicht als Gott genannt. Vergl. Brandis Geschichte der griech. -röm. Philos. I, S. 248.

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