Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 14 (1865)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Das Buch Jesus Sirach
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 197 (sequence 20)
- Language
- German
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Das Buch Jestis Sirach. 197 Cap. 27- 18 heisst es beim Griechen: ncc&cbg yag ctTtcblsaev avft'QüMtos xov £%&qqv uvxov, ovxcog (XTHooXsaag xfjv cpilLcty xov TtVr\6lov* Dies xov sx&qov hat, trotz aller erdenklichen Mähe, die sich Fritzsche in der Erklärung desselben gibt, durchaus keinen Sinn. Sogar dem Lateiner behagt dies sx&Qog nicht und er erlaabte sich, es in das entgegengesetzte Wort zu ändern, ohne dem Satze dadurch einen wirklich bessern Sinn zu geben. Er übersetzt nämlich: Sicut enim homo, qui perdit amicum suum, sic et qui perdit amicitiam proxinii 8ui (Fritzsche citirt hier falsch die Vulgata, denn ״amicum" hat sie für £x&Q°v und nicht für xov nXrjöiov). Brettschneider und De Wette nehmen eine Verwechselung des Uebersetzers von ^ציר) ציך fera capta) mit צרו (von צר Feind) an. Wir finden den Sinn dadurch nur um sehr weniges gebessert. ,,Wie Jemand sein Wild verliert, so den Freund." Ein wunderlicher Vergleich! Hingegen hat der Syrer für den ersten 1heil des Satzes: ojkno♦י]0צב. Dies passt hier nach allen Seiten und ist zugleich echt hebräisch ״Wie Jemand sein Loos, sein ihm zugemessenes 1heil (hehr. ׳גורל ׳מנת הלק ,הבל Loos, Vermögen), d. h. sein Alles verliert, so ist’s mit Demjenigen, der seinen Freund verliert." Es stand also wohl im Originale כאיש אשר יאבד הבלוי ,^״♦ Der Grieche las vielleicht: הבלוי/ fasste es als Part, von ״ הבלverderben, verletzen, übel handeln" auf (vgl. Nehem. 1, 7 *הכוה־ ״ הבלנו לךwir haben schlecht an dir gehandelt") und übersetzte darum: xov sx&qov avxov. Ein anderes Missverständnis des griech. Uebersetzers glauben wir in dem bekannten Verse (4, 21): Socpia ncerä xo ovo^ioc ccvxrjg ioxl %ocl ov nolloig soxl opaveQcc wahrzunehmen. Alle Mühe, ein hebräisches Wort zu finden, das ein solches Wortspiel (von ״Weisheit" mit ״Unklarheit") zuliesse, wird vergeblich sein. Abenteuerlich genug verfiel man auf das Wort עלם (das arabische e ׳ _ ■ und auf das aramäische Wort □לאוב das ״Weisheit“ und ״Verborgenes" (vielmehr ״Dunkles") bedeutet. Dieses soll im hebräischen Urtext gestanden haben! Der Syrer ist hier corrumpirt. Wir glauben, es stand im hebräischen Originale: ולא; נודעה לרבים (sc. כי ההכמה רק בשמה היא לו(לכסיל• Es steht dies dann im engsten Zusammenhänge mit dem Vorher- Fremköl, Monatsschrift. XIV, 5. 16