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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1865-01-01 · Heft 5 · p. Seite 195

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
14 (1865)
Issue
Heft 5
Article
Das Buch Jesus Sirach
Date
1865-01-01
Page
Seite 195 (sequence 18)
Language
German
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Das Buch Jesus Sirach. 195 nicht leugnen sollen 7). Geht man genau prüfend auf das hehräische Original zurück, so lässt sich an unzähligen Stellen, und zwar auch da, wo der griechische Uebersetzer das Hebräische missverstanden oder falsch gelesen hat, und wo der Lateiner wie gewöhnlich ihm darin folgt, gerade aus der syrischen Uebersetzung, auch wo sie interpolirt und corrumpirt ist, der hebräische Urtext meistentheils hersteilen (was später durch Belegstellen erwiesen werden soll), und sie kann deshalb für die Kritik vortreffliche Dienste leisten. — Wir glauben daher auch hier, der obigen Hypothese gemäss, behaupten zu dürfen, dass der syrische Uebersetzer einen freilich interpolirten, von den Abschreibern und den Besitzern durch Zuthaten und Emendationen verstümmelten hebräischen Text vor sich gehabt habe. Dadurch werden alle Schwierigkeiten gehoben. Vortreffliches und Werthloses musste desshalb in dieser Uebersetzung zugleich enthalten sein. Und so wäre die Quelle dieser Uebersetzung mit der des Talmuds in gewisser Hinsicht verwandt. Und in der That finden sich denn auch viele unechte Citate des Talmuds hier wieder. Zur Texteskritik. Hiermit wollen wir uns bestreben, mehr, als bis jetzt geschehen ist, darzuthuu, wie schwach das Verständniss der hebräischen Sprache bei dem griechischen Uebersetzer war, dass ferner der Lateiner nur einen griechischen Text vor sich hatte, dem er fast immer sklavisch folgte, dass aber dem syrischen Uebersetzer (aus welchem der Araber fast wortlieh entstanden ist) auch ein (wenn auch verstümmelter und interpolirter) hebräischer Text Vorgelegen habe. — Vor Allem zeigt sich uns, dass, während die versio latina denselben Prolog wie die versio graeca hat, die Syriaca und Arabica gar keinen Prolog aufzuweisen haben, was auch beweisen mag, dass, während der Lateiner den Griechen ganz so wie er vor ihm lag, übersetzen wollte, der Syrer sich die Aufgabe gestellt, nur T) Vergl. 11, 28; 25, 7; 36, 5 und die später ausführlich angeführten Beispiele.

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