Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 14 (1865)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Das Buch Jesus Sirach
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 192 (sequence 15)
- Language
- German
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192 Das Buch Jesus Sirach“ Jesu Graece e di tum (!) et de Hebraismo conversnm, non alii quam ipsim et auctori crediinus, qüi hoc cönsulto in pröoemio profitetur. Quod si Hieronymus vidit, ex illo in Hebraicum conversum fuisse, cui magis rursus, quam ipsi credidero? Hier wird offenbar aus einer falschen Voraussetzung die falsche Folgerung gemacht, dass das hebräische Exemplar des Hieronymus, ״wenn er überhaupt ein solches gesehen hat", nur eine Uebersetzungaus dem Griechischen hat sein können. Die Folgerung wurde beachtet, die Voraussetzung aber nicht. Andere meinten wieder (als wenn mit der griechischen Uebersetzung des Buches das hebräische Original durchaus verschwinden musste), Hieron. hätte eine chaldäische oder gar syrische Version (aber ״hebrais literis scripta" wie Brettschneider meint) vor sich gehabt. — Aber nach dem obigen Versuche ist es nicht bloss möglieh, sondern sogar höchst wahrscheinlich, dass Hieronymus einen wirklich hebräischen Text vor sich gesehen habe. Aber was für einen? Nun wohl eins von jenen verunstalteten Exemplaren, das im Besitze irgend eines jüd. Gelehrten gewesen sein mag und (was in so früher Zeit durchaus nicht befremdend ist) mit dem Buche Kohelet und dem hohen Liede zusammengebunden war. Nicht allein ״stossen keine Zeugnisse der Tradition jene Aussage des Hieron. um7)", sondern die Ueberreste im Talmud sprechen deutlich dafür. — Aber als ein besonders Indicium gegen die Richtigkeit jenes Zeugnisses betrachtete man die daselbst angegebene Ueberschrift des hebr. Buches. Hieron. will als Ueberschrift: משליכם gesehen haben, sie hätte aber nach dem griechischen Texte (SocpLct) הכמה lauten müssen. Bedenkt man aber, welch’ wichtige Rolle das משל״" im Talmud und den anderen ihm verwandten Literaturzweigen spielt, welch’ weiten Begriff man demselben beilegte, so dass Sentenzen, Parabel, Fabel, symbolische Deutungen und Aehnliches unter dem Wort משל verstanden werden, so kann man dann auch mit hoher Wahrscheinlichkeit behaupten, dass die jüdischen Besitzer der Sirach-Exemplare dieselben משלים überschrieben haben, zumal es überhaupt sehr zweifelhaft ist, ob die gegen- 7) Wie Fritzsclie Einl. 6. XX meint, wo er viel pro und contra Hieron. spricht, ohne dass er zu einem bestimmten Resultate gelangt.