Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1865-01-01 · Heft 5 · p. Seite 187

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
14 (1865)
Issue
Heft 5
Article
Das Buch Jesus Sirach
Date
1865-01-01
Page
Seite 187 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2829132-2829318-2829324-2861255--09183-2861290
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Das Buch Jesus Sir ach. 187 eine willkuhrliche und durchaus irrige bezeichnen. Auch ist jene Ansicht wohl schon als ein überwundener Standpunkt zü betrachten; die Identität des p mit unserem Sirach dürfte wohl jetzt Niemand mehr im Ernste leugnen. Aber wie steht es mit den angeregten, im Talmud und Midrasch befindlichen und mit Versen in unserem Buche verwandten Stellen, oder gar mit den ausdrücklichen Citaten? Siebereiten ungemeine Schwierig» keiten. Denn erstens werden von einem und demselben Rah- Innen hinter einander längere Stellen angeführt, von denen einige sich in unserem Buche vorfinden, andere nicht2 3); zweitens findet sich manches einzelne Citat in der griech. Bieber- Setzung nur unvollständig wieder2*), und drittens werden gar im Namen Sirach’s Sprüche in aramäischer Sprache angeführt4), die doch so unmöglich im Urtexte gestanden haben konnten, da dieser, wie gezeigt wurde, durchweg hebräisch war. Dies sind unserer Ansicht nach die Hauptschwierigkeiten, die jene Citate darbieten. Die Versuche aber, dieselben zu he» ben, lassen sammt und sonders leider unbefriedigt. Hier, auf dem talmudischen Gebiete, als auf dem, für viele, unbekannten Lande, sieht man noch mehr als irgendwo unsicheres Schwanken und beweislose Behauptungen 5). Den Schwierigkeiten nur ausweichen, anstatt dieselben aus dem Wege zu räumen, heisst es. aber auch, wenn man sagt, alle jene Citate wären frei aus dem Gedächtnisse wiedergegeben und seien nur ״unklare Reminiscenzen 6)“. Man sehe doch nur mit einem prüfenden Blicke 2) Z. B. Sanhedrin 100 b. 3) Z. B. Ges. 13a (Sirach 25, 3, 4); Chagiga 13a, Be1\ r. c. 8f. 10a (Sirach 3, 21, 22)]; ebenso kann man den unter Anmerk. 2 angeführten Vers aus Synhedrin nicht als vollständig gelten lassen, da nur das zweite Satzglied desselben sich im Sir. wiederfindet. 4) Erub. 54a, Synhedr. 100b, Erchin 90a u. a. m. 5) S. Eichhorn S. 81 ff. und De Wette, der die Identität des Ben Sira mit unserem Sir. zwar zugibt, aber dennoch zwischen jenen Sainmlungen und unserem Buche weiter keine ״nähere Verwandtschaft" annimmt. Woher aber dann jene öftere wörtliche Uebereinstimmung der beiden Sammlungen stamme, darüber wird Nichts gesagt. 6) Fritzsche Einl. und Erklärung S. 49.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.