Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1865-01-01 · Heft 5 · p. Seite 185

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
14 (1865)
Issue
Heft 5
Article
Das Buch Jesus Sirach
Date
1865-01-01
Page
Seite 185 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2829132-2829318-2829324-2861255--09181-2861288
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

י','״•’' Das Büch. Jesus Sirach. 185 schon gleichsam zum Repräsentanten der Spruchdichtung wenigstens jenes Zeitalters geworden sein. Wo man ein beherzigenswerthes Wort, einen kernigen Spruch hörte, führte man sie entweder auf Sirach als den Urheber derselben zurück, oder man fügte sie (etwa nach Art jenes frommen Mannes von dem Huetius T) erzählt, dass er beim Abschreiben der alten lat. Ueber- Setzung unseres Buches sich kleine Zusätze als ״utilia pleraque et bonae frugis plena" erlaubt habe) am Rande des Buches einfach bei, die von spätem Copisten würdig befunden wurden, in den Text aufgenommen zu werden. War nun einmal die Willkür (oder der gute Wille, das Buch mit allem Nützlichen zu versehen) im Gange, dann machte man sich auch kein Gewissen mehr daraus, zu emendiren, zu paraphrasiren, Stellen nach Gutdünken wegzulassen alles in der besten Absicht. Kurz, man wird mit diesem Buche wirklich so verfahren sein, wie Hieronymus vielleicht etwas übertreibend von den LXX. erzählt. Aber noch mehr. Hatte sich das Buch so nun fest eingebürgert, dann theilte es auch, wenn wir so sagen dürfen, die mannigfachen Schicksale der jüdisch-palästinensischen Bürger. Nach der Zerstörung des Tempels wird doch wohl das Buch mit vielen Rabbinen den Besitzern desselben, nach Babylon, gewandert sein und im neuen Lande mit der Zeit auch neue Zusätze erhalten haben. Nur mit dem Unterschiede, dass diese Zusätze ein anderes Gewand hatten, nämlich ein aramaisch es. So wurde denn unser Buch mit der Zeit von fremden Zuthaten ganz überwuchert und seine ursprüngliche Gestalt fast unkenntlich gemacht. — Zu dieser Hypothese, die schon an sich sowohl in rationaler als in historischer Hinsicht nicht unannehmbar ist, muss man noch vor Allem, wie wir glauben, durch IV. Die Citate im Talmud und Midrasch mit Nothwendigkeit geführt werden. — Im Talmud und Midrasch finden sich mehr als 40 7 8), theils anonym, theils aber ausdrück- 7) Demonstr. ed. III. S. 250, vergl. Fritzsche a. a. 0. 8) Sie hier wiedei’zugeben, wäre überflüssig, da sie schon ziemlich

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.