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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1865-01-01 · Heft 5 · p. Seite 182

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
14 (1865)
Issue
Heft 5
Article
Das Buch Jesus Sirach
Date
1865-01-01
Page
Seite 182 (sequence 5)
Language
German
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,י־'"‘ : 182 v . w*r5^Hv׳V״־■* T-T־־ Das Buch Jesus SiräcK. texte fragt. Hier herrschen nun wieder verschiedene Meinungen. Aber der durch ein fleissiges sich Hineinversetzen in das Original gewonnene Gesammteindruck drängt fast gewaltsam die Ueberzeugung aufdass wir es hier mit einem Idiome zu thun haben, dessen Grundton ein rein hebräischer, der aber nur dann und wann durch Chald aismen und Aramaismen getrübt ist, etwa in der Weise, wie wir es in Esra, Nehemia und der Clironik antreffen. Dass die Grundsprache unseres Buches eine noch reinere als sogar die Mischnasprache, dass sie wenigstens nicht von der Art jenes talmudischen Mischdialekts, oder gar, wie Manche wollten (Berthold und Steudlin), aramäisch war, geht schon, wie wir glauben, aus den meisten Missverständnissen des Hebersetzers hervor 4). Das Buch ist also hebräisch abgefasst worden. Aber was geschah mit demselben nach seiner Abfassung? Schwerlich ruhte es so lange (es liegt ja nach dem obigen Endresultate ein Zeitraum von beinahe 100 Jahren zwischen der Abfassungszeit und der Hebersetzung des Buches) ganz im Dunkel, bis es etwa der griecli.Uebersetzer daraus befreite. Im Gegentheilist höchst wahrscheinlicli und es spricht, wie nachgewiesen werden wird, Vieles aus späterer Zeit dafür, dass dasselbe bald viele Leser gefunden, dass es, freilich nicht als ein allgemeines und öffentliches (sonst wäre es eben canoniscli geworden), aber als ein echt jüdisches und lehrreiches Buch in die Häuser von Privatleuten und jüdischen Gelehrten sich schnellen Eingang verschaff habe, indem es häufig ab ge s chrieb en wurde. Es kommt nun also ein neues Moment hinzu: die Abschrift des Buches. Die Frage drängt sich sofort auf: wie gingen die Abschreiber mit dem Buche um?. Aber eben so schnell scheint uns die Antwort erfolgen zu 4) So jene bekannte den Text missverstehende Uebersetzung von ראש mit Hecpoihr! für (pfXQpaytov (25,14). Im Chaldäischen heisst aber ראש nicht ״Gift“. Ebensowenig kommt das Wörtchen כי im Talmud (ja nicht einmal in der Mischna) in der Bedeutung von ,,wenn" vor, und dennoch muss es in dieser Bedeutung im Originale (23, 14) gestanden haben, und der Uebersetzer gibt es sinnentstellend durch yap wieder. Gerade die Art der Anwendung von solchen kleinen Wörtchen ist am meisten geeignet, den Haupttypus des Originalidioms zu charakterisiren.

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