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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1865-01-01 · Heft 5 · p. Seite 180

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
14 (1865)
Issue
Heft 5
Article
Das Buch Jesus Sirach
Date
1865-01-01
Page
Seite 180 (sequence 3)
Language
German
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180 Das Bach Jesus Sirach. schädlicher! Einfluss jenes 6 naicnog!iov auf alle bisherigen Forschungen über unser Buch gehabt hat, werden wir jetzt wohl begreifen. Ihm zu lieb musste, möchten wir sagen, eine Wahrheit aufgegeben werden. Es kam fast nur darauf an, wen man von den beiden Siraciden zuerst der Untersuchung unterzog. Begann man mit dem Verfasser, so fühlte man gemeiniglich das!Richtige, dass in dem Cap. L Simon I. gemeint sei (wie Jahn, Linde, Hug, Waihinger), aber damit war auch schon das Schicksal des Uebersetzers entschieden, er musste sich nolens vo* lens fügen und unter Euergetes I. leben, denn es durfte ja zwisehen ihm und dem Grossvater kein längerer Zeitraum liegen, ״das 38. Jahr" im Prologe musste sich danach auf das Lebensalter des Uebersetzers beziehen. Fing man aber mit der Untersuchung des Zeitalters des Uebersetzers an, so konnte man über den einfachen und natürlichen Sinn jener Werte in der Einleitung nicht hinweggehen, der unnachsichtig sich aufdrängenden Wahrheit nicht ausweichen, man entschied sich wirklieh für Euerg. II., aber der Verfasser der Ttamtog des Uebersetzers musste wieder unterSimonII. leben (so Ewald, Fritzsche u. A.). Eine dritte, freilich an Zahl kleinere Klasse von Forschern wieder, der jene beiden Wahrheiten (im Cap. L. des Buches sei Simon I. und im Prologe sei Euergetes II. gemeint) gleich theuer waren, und die deshalb keine von beiden gerne aufgeben mochte, griff in aller Verlegenheit zu einem anderen Auskunft8mittel; der Verf. sollte jene lebendige Schilderung von Simon nicht aus Autopsie geschrieben, er sollte, um doch seinem Enkel etwa 8 lassen, folgende Worte: Sagt man (!), es (Cap. L.) beziehe sich auf Simon I, so könnte man den Ausdruck ״Grossvater" in einem weiteren Sinne verstehen .... allein u. s. w. Da nun die darauffolgenden Gegengründe durchaus nicht zutreffend sind, wie wir oben S. 107 An* merk. 1 zu zeigen versucht haben, und da seine Ansichten über das Buch Sirach überhaupt, namentlich aber über Zusammensetzung, Inhalt, Entstehung und Quellen dieses Buches (man lese nur sein 3. Jahrb, S. 125—140) fast abenteuerlich zu nennen sind, so konnten wir uns nicht bewogen fühlen, von der bei uns schon feststehenden Ansicht abzukommen.

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