Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 14 (1865)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Geschichte der Juden in Posen
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 171 (sequence 7)
- Language
- German
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GescliicKte der Juden in Posen. '171 Christenweib, Helene Sowinska, die mit in die Untersuchung verflochten war und gegen die schwere Verdachtsgründe Vorlagen, wurde zu zweijährigem Kerker verurtheilt. Die traurige Lage der Posener Juden nach diesen Leiden charakterisirt wohl am besten der Umstand, dass die Gemeinde sich genöthigt sah, die Gemeindesteuern durch die städtischen Behörden und die Geistlichkeit einziehen zu lassen. Die der Gemeinde in den Jahren 1736—40 erwachsenen Schulden beliefen sich auf mehr als sechzig Tausend Gulden und die Gemeinde, durch einen Beschluss der Vier-Städte Synode dazu ermächtigt, entsandte Boten zur Einsammlung von Unterstützungsgeldern nach Kleinpolen, Deutschland und Italien 7). Anknüpfend an diese Vorfälle erliess August III. im Schlussurtheil des Prozesses (Warschau, 5. August 1740) an den Magistrat die Weisung, in Zukunft bei allen Criminalfällen ף GB. II, 186 a und 190 a vom J. 17-12: ששכחנו מאתנו מו׳ זע^יג דיין?־1גבות במדינות פולין קטון מכל עיר ועיר כפי נדבת לבם לקהלתנו יצ״ו כפי תוקף הכתב ממנהיגי ד ארצות י״צו. Von den aus Posen nach Italien entsandten Boten: Salomo Salman und Moses b. J. ist uns ein interessantes Aktenstück in den שו״ת דברי דוד Nr. 35 erhalten. Dieselben wurden nämlich bei ihrer Anwesenheit in Livorno (1744) von dem Livorneser Rabbiner Rafael Meid01a (Verf. der שו״ת מים רבים) aufgefordert, ihre Meinung über eine zur Zeit in Italien vielfach ventilirte Streitfrage abzugeben. Sie entledigen sich dieser Aufforderung und knüpfen daran die Darlegung einiger von ihnen in den italienischen Gemeinden wahrgenommenen Uebeistände. Unter Anderem fanden sie im Judenviertel von Siena gegenüber der Synagoge einen Springbrunnen, versehen mit einer Statue, die, nach den ihnen gemachten Mittheilungen, Moses vorstellen sollte. Als sie die dortige Gemeinde auf die Unzulässigkeit derartiger Statuen aufmerksam machten, wurde ihnen entgegengehalten, dass die Statue schon seife langer Zeit ohne Beanstandung von Seiten der italienischen Rabbiner bestehe! — Uebrigens befanden sich schon zur Zeit des Obadja Bertinoro in den Vorhöfen der Synagogen zu Palermo, Messina und Jerusalem ähnliche Brunnen, und den zu Palermo nennt Obadja ausdrücklich eine באררה נאה ותחדה (vergl. den von S. Sachs und Ad. Neubauer edirten Reisebericht des Obadja im Jahrb. für die Gesch. der Juden III, 196, 198, 214).