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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1865-01-01 · Heft 5 · p. Seite 169

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
14 (1865)
Issue
Heft 5
Article
Geschichte der Juden in Posen
Date
1865-01-01
Page
Seite 169 (sequence 5)
Language
German
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Geschichte der Juden in Posen, 169 mitden Worten ]בר״ה יכתבו begannen und zur schleunigen Unterstützung aufforderten. Unterdess wurden der Darschan und Schtadlan zweimal aufs schrecklichste gefoltert. (in der Nacht des 3 und 17. Cheschwon), die Kopf- und Barthaare wurden ihnen vom Henker abgeschnitten, der Schtadlan musste der Folterung des Darschan beiwohnen, trotzdem verharrten sie in der Betheuerung ihrer Unschuld und legten keinerlei Geständniss ab. Die ihnen unter der Bedingung des Uebertrittes zum Christenthum angebotene Befreiung wiesen sie mit Entrüstung zurück. Einige Jesuitenpatres und jüdische Täuflinge, als litthauische Handelsjuden verkleidet, besuchten den Darschan im Gefäng״ nisse und versuchten ihm durch Sophismen die Nothwendigkeh wenigstens eines scheinbaren Religionswechsels nachzuweisen, doch erkannte der Darschan die ihm gelegte Falle und würdigte die Besuchenden nicht Eines Wortes. Inzwischen sollten noch mehrere Mitglieder des Rabbinatscollegiums verhaftet werden. Da dieselben jedoch, wahrscheinlich zeitig gewarnt, der Gefahr glücklich entrannen, wurden fünf Gemeindemitglieder gefänglich eingezogen und es bemächtigte sich in Folge all dieser 8eenen ein so allgemeines Entsetzen der Gemüther, dass drei Viertel der Gemeindemitglieder die Flucht ergriffen, ungeachtet der Magistrat die Auswanderung strengstens untersagt hatte. Der Darschan und der Schtadlan überlebten die Tortur nur kurze Zeit, der letztere starb schon den 26. Cheschwon, während der erstere am 18. Eislew 1736 seinen Beiden erlag*5). Der Prozess nahm in- 6) Dass Arje Löb b. Josef 24 Jahre (1714 — 36) das Amt eines Darsclian in Posen bekleidete, ist bereits oben nachgewiesen worden. Zuvor war er Rabbiner in Reisern (als welcher er 1708 das Dokument im G. B. II, 96b unterschreibt). Die Acktenstüeke aus den Jahren 1715 und 1735 (GB. II, 103b, 168a) sind von ihm als Darschan in Posen eigenhändig unterschrieben. Sein Sohn Elia war Rabbiner in Laudsberg a. d. W. (als solcher ertheilt er dem ס' אור חדש על פסחים des Ri Eleasar Rechnitz [Frankf. a. d. 0. 1782] eine Approbation in Gemeinschaft mit anderen Rabbinen) und zu seinen Nachkommen gehört die am hiesigen Orte lebende Familie Landsberg, in deren Besitze sich

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