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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1865-01-01 · Heft 4 · p. Seite 162

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
14 (1865)
Issue
Heft 4
Article
[Rezension]
Date
1865-01-01
Page
Seite 162 (sequence 8)
Language
German
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162 Recensionen und Anzeigen• von einem Heiden verfasst ist?J behauptet wird? — Aber nein, weder die Semiten noch die Indo-Europäer waren Monotheisten. Der Unterschied zwischen beiden Racen ist folgender: Die 86miten, arm an Einbildungskraft, beteten nur das an, was lebhaft ihre Anschauung, ihre Sinne berührte: Sonne, Mond, Planeten, die (Konstellationen des Thierkreises u. 8. w., während die Phantasie der Indo-Europäer sie allenthalben, in der sublunarischen Welt wie am Firmament, Gottheiten erblicken liess. Mit einem Worte: Die Semiten waren Gestirnanbeter, man nimmt dieses in unzähligen Stellen der Schrift wahr; die Indo-Europäer beteten die ganze Natur an: Die Einen wie die Anderen vermengten die Greatur mit Gott, und weder die Einen noch die Anderen haben sich zu der Idee einer ersten, einzigen, von der Welt unabhängigen schöpferischen Ursache erheben können. Dieses ist der wahre Monotheismus, und diesen Monotheismus, wir finden ihn im Altlierthum nur bei den Hebräern. Woher die Hebräer diesen Monotheismus geschöpft? Man hat nicht gewagt zu sagen, sie haben ihn von den Egyptern erlernt; wer kennt nicht den groben Götzendienst der Egypter? Oder hat ihn Moses aus der Weisheit der egyptischen Priester, aus ihren Mysterien genommen? Wir kennen diese Weisheit sehr wenig, allein wir besitzen Manches hiervon in dem Galimatias des ״Todtenbuches", und dieses musste einen positiven und klaren Geist wie Moses zurückschrecken. Man kann in dem Monotheismus Abraham's und Mosis nur ein Werk der Vorsehung erblicken, ihr unmittelbares Eingreifen in die Geschicke des menschlichen Geschlechts und vorzüglich in seine religiöse Erziehung. Man wird nun leicht verstehen, dass die Hebräer nicht die Künste cultivirt. Die Kunst war die Mission der Griechen, die Erkenntnis8 Gottes und deren Verbreitung auf Erden die Mission der Hebräer. Namentlich in der plastischen Kunst standen sie selbst unter den anderen semitischen Völkern, ja sie verabscheueten sie sogar, denn die plastische Kunst ist die Nachahmung, die Idealisirung, die Vergötterung der Natur, aber die Natur ging dem Hebräer gänzlich vor Gott, deren Schöpfer, auf. Aber in der lyrischen Poesie, und wahrscheinlich auch in der Musik, Künste, die die Gefühle wiedergeben und nicht bei dem Cultus der materiellen Schönheit verbleiben, haben die Hebräer

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