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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1865-01-01 · Heft 4 · p. Seite 163

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
14 (1865)
Issue
Heft 4
Article
[Rezension]
Date
1865-01-01
Page
Seite 163 (sequence 9)
Language
German
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Recensionen und Anzeigen. 163 alle Völker des Alterthums übertroffen. — Die Hebräer haben auch in der Philosophie nicht geglänzt, die Philosophie ist der Cultus des menschlichen Gedankens, der sich selbst überlassen höchstens nur beim Pantheismus anlangen kann. Herr M. verwahrt sich dagegen, dass er nicht etwa einen Ausfall auf die Philosophie machen wolle. Pliesst doch der menschliche Geist nach den Worten der Schrift (Genes. 1, 27) aus dem Geiste Gottes! Aber es ist zwischen dem menschliehen und dem absoluten Geist, Gott, eine incommensurable Beziehung. Der menschliche Geist kann das Absolute nur annäherungsweise ermessen. Dieses wird an einem mathematischen Beispiele von der hyperbolischen Curve und ihrer Asymptote anschaulich gemacht. Herr M. kehrt hierauf zu seinem Gegenstände zurück und hebt noch folgende zwei Punkte hervor. Die indo-europäische Poesie setzt das goldene Zeitalter in den Anfang der Zeiten und erzählt von der successiven Entartung der Welt; die biblische Poesie versetzt das goldene Zeitalter an das Ende der Tage und verkündet also den Fortschritt des Menschengeschlechts. Ferner, die biblische Poesie allein drückt Gefühle aus, die von den Bewohnern aller Länder und in allen Jahrhunderten verstanden werden können. Hingegen muss man, um die brahamanische Poesie zu verstehen, ein Hindu sein; um alle Schönheiten Homer’s, Pindar’s, Sophokles' zu erfassen, muss man sich mit dem hellenischen Geist identiüciren können; um die biblische Poesie zu verstehen, braucht man nur Mensch zu sein. Herr M. verbreitet sich nun über die h. Schrift, die er eine Epopäe nennt, ״deren Helden Gott und sein Volk sind". Wir verweisen auf die Monographie, die auch durch ihre vollendete Diction einen wahrhaften Genuss gewährt. F. Monatschronik. Algerien. Man hofft allgemein, dass bei Gelegenheit der Einweihung der neuen Synagoge zu Algier, Seitens der kaiserliehen Regierung die Ernennung eines Consistoriums erfolgen werde.

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