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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1865-01-01 · Heft 4 · p. Seite 160

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
14 (1865)
Issue
Heft 4
Article
[Rezension]
Date
1865-01-01
Page
Seite 160 (sequence 6)
Language
German
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160 Recensionen und Anzeigen. kommen erfasst haben, Sache des Instincts wäre, und noch dazu hei Völkern, denen man von der anderen Seite und mit Recht, die Fähigkeit für philosophische Speculationen absprach. Man glaube übrigens nicht, dass der vorgegebene Monotheismus der Semiten in die Augen springe, dass er sich dem vorurtheilsfreien Forscher von selbst und unwiderstehlich aufdränge; im Gegentheil, er liegt dem Blicke ganz fern und es bedurfte grosser Anstrengung, um ihn begreifbar zu machen, eines Gerüstes philologischer Deductionen, welches bei dem leisesten Hauch zusammenstürzt. Da finden sich nicht historische Beweise, nicht eine ernste, auf authentischen Documenten gegründete Kritik; fast jede Seite der Bibel und unzählige Stellen der Profanscribenten strafen diese Hypothese auf’s Glänzendste Lügen. Die Semiten, sagt man, waren Monotheisten; und die Assyrier? ״Sie bilden eine Ausnahme“. Und die Babylonier? ״Sie bilden eine Ausnahme“. Und die Syrer und Phönizier? ״Sie bilden eine Ausnahme“. Also der semitische Stamm war wesentlich monotheistisch, mit Ausnahme — aller semitischen Völker. ״Aber die Araber sind vergessen, wird man einwenden, sprechen nicht ihre Denkmäler für den Glauben an einen Gott?“ Doch welche Denkmäler? Eine Menge von mühsam zusammengerafften Eigennamen in beziehungsweise modernen Schriften und mit philologiscliem Scharfsinn erklärt, der sich besser ernsteren Gegenständen zugewendet hätte. Oeffnen wir das Buch Josua und wir lesen: ״So sprach der Ewige, jenseits des Flusses wohnten ehedem eure Urväter, Terach, der Vater des Abraham und des Nachor; und sie beteten fremde Götter an.“ Oeffnen wir Herodot und wir lesen, die alten Araber beteten Venus Urania unter dem Namen Alilat an, das ist Al-ilahet, ■die vorzugsweise Göttin, die Astarte der Syrer und Phönizier, die Jeremias die למלאכת השמים die Himmelskönigin, nennt. Wir offnen den Koran und lesen die Namen verschiedener heidnischer Gottheiten, welche die alten Araber anbeteten. — Ueberdiess, ״an der Frucht erkennt man den Baum.“ Was hat der vorgebliche Monotheismus der Araber hervorgebracht? Nichts, durchaus nichts. Die Araber haben sowenig wie die Syrer, Phönizier und andere semitische Völker eine Literatur hinterlassen. Mehr als zehn Jahrhunderte waren schon über die Gräber der letzten Propheten weggegangen, als der Araber die ersten Klänge

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