Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 14 (1865)
- Issue
- Heft 4
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 158 (sequence 4)
- Language
- German
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158 Recensionen und Anzeigen. chen. Die Phönizier nahmen allmälig die Sprache dieser Völkerschaften an. Diese Hypothese würde zugleich das Dasein einiger chamitischen Trümmer in der phönizischen Sprache erklären, namentlieh des persönlichen Fürworts an0kh oder anokhi (ich), das sich in keiner anderen semitischen, mit Ausnahme der hebräisehen, findet, wo es gleichbedeutend mit dem phönizischen ist, nur findet sich neben dem anokhi das semitische ani. Ein ähnlicher Fall zeigt sich bei den Hebräern. Die Abrahamiden, ihrem Ursprünge nach Aramäer, nahmen nach und nach die palästinensische Sprache an, nämlich die der Ureingeborenen und der Phönizier; allein sie bewahrten Trümmer der Sprache ihrer aramäischen Vorfahren, namentlich das wichtige Zeitwort ,היר oder sein, welches im tiefem Zusammenhang mit dem Namen Gottes יר,ף stehet, während die Phönizier das Zeitwortsein mit der Wurzel kawan oder kän, wie die Araber, ausdrücken. Herr M. berichtet, dass er schon vor dreissig Jahren das Zeit־ wort kän in zwei punischen Versen des Poenulus des Plautus wiederzuerkennen glaubte; die Orientalisten haben lange die Richtigkeit dieser Behauptung bestritten; die phönizische Inschrift zu Marseille, sowie die des Sarkophag des Eschmun-Eser, Königs von Sidon, haben diese Behauptung bestätigt. — Ref. drückte in dieser Monatsschrift, die 2. Jahrg. die Marseiller Inschrift und 5. Jahrg. die Inschrift des Eschmun - Eser brachte, manchen Zweifel an der Richtigkeit der Auffassung des Herrn M. aus und vermeinte, dass die im Poenulus und auf den gedachten beiden Inschriften vorkommenden p und רק sich aus der hebr. Radix כק erklären Hessen (vgl. 2. Jahrg. 8. 241, 5. Jahrg. 8. 459 Anmerk. 6). Vielleicht sind seine Bemerkungen nicht zur Kenntnis8 des Herrn M. gekommen, oder Herr M. hielt sie aus manchen andern Gründen für nicht bewährt; in letzterem Falle tritt Ref. selbstverständlich zurück. Nachdem Hr. M. die Ein würfe gegen die Benennung ״semitische Sprachen" zurückgewiesen, gelangt er zu einer mehr charakteristischen Benennung für diese Sprachen: sie sind ״dreibuchstäbige oder zweisylbige" zu benennen. Soweit nämlich die Geschichte der semitischen Sprachen reicht, zeigen sie Wurzeln von drei Buchstaben, die mit einander durch zwei Vocale verbunden zwei Sy Iben bilden, während die indo - europäischen