Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 14 (1865)
- Issue
- Heft 4
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 157 (sequence 3)
- Language
- German
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Recensionen und Anzeigen. 157 Universitätslehrers ist eine solche Verwahrung gegen leicht auftauchende Missdeutung nicht überflüssig. Der Redner gehet nun auf den Ausdruck semitische Sprachen ein. Man nennt sie so, weil die Völker, die sich ihrer bedienten, die Assyrer, Chaldäer oder Babylonier, die Syrer, Phönizier, Hebräer, Araber und Ethiopier, von den Nachkommen Seth’s, des Sohnes Noa’s, waren. Doch hat man diese Benennung mit Recht angegriffen, da nach der Genesis die Phönizier und Ethiopier Nachkommen Cham’s und nicht Setli’s sind. Kühnere Kritiker behaupteten, von dem Princip ausgehend, die Gleichheit der Sprache sei ein evidenter Beweis für den gleichen Ursprung der Racen, die Phönizier und Ethiopier seien Semiten, und es habe sie der Verfasser der Genesis entweder aus Irrthum oder aus Böswilligkeit in die Familie Cham’s verwiesen. Dieses ist eine sehr bequeme Kritik, die ihren Ursprung mehr in einer skeptischen Koketterie hat als in dem Wunsche, die Wahrheit zu suchen und zu erkennen. Was die Ethiopier anbelangt, so gab es hier Semiten und Chamiten. Das WortAi&ioTiss bei den Griechen und Cusch beiden Hebräern bezeichnet im Allgemeinen die die heisse Zone, soweit sie den Alten bekannt war, bewohnenden Völker, Semiten oder Chamiten. Die Ethiopier, welche den semitischen. Dialekt, Gheez genannt, sprachen, waren ohne Zweifel Semiten, es waren dieses simyaritisehe Araber, die über den arabischen Meerbusen nach Africa eingewandert waren und sich neben den eingeborenen Ethiopiern ansässig machten: diese letztem waren Chamiten und sprachen einen chamitischenDialekt.—Schwieriger ist die Frage hinsichtlich der Phönizier. Doch erinnern wir nur, dass nach Herodot die Phönizier von den Küsten des rothen Meeres (es ist wahrscheinlich der persische Meerbusen gemeint) kamen und sich in Palästina ansässig machten. Diese Einwanderung muss schon im höchsten Alterthum stattgefunden haben, da die Schrift ausdrücklich bei der Ankunft Abraliam’s in Palästina sagt: והכנעני ב^<רץ (Genes. 12, 6). Die Phönizier setzten sich nun ln der Mitte der eingeborenen Völker Palästina’s, als der Rephaim, Emim, Susim, Samsurnim, Anarnim u. A. fest, über deren Ursprung die Bibel nichts sagt und die wahrseheinlich Semiten waren und einen semitischen Dialekt spra-