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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1865-01-01 · Heft 4 · p. Seite 149

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
14 (1865)
Issue
Heft 4
Article
Über die hebräischen Inschriften der Synagogen zu Kefr-Bereim in Galiläa
Date
1865-01-01
Page
Seite 149 (sequence 3)
Language
German
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Analekten. 149 Die zweite Synagoge za Kefr-Bereim liegt ausserhalb des Dorfes mitten in Feldern. Nur das Thor stehet noch, rings umher liegen zahlreiche Trümmer, an denen man die gewöhnlichen Eigenthiimlichkeiten der Synagogen Galiläa’s wahrnimmt, nämlieh den Geschmack an den doppelten Halbsäulen, die mit ihrem Piedestal und einem Theil der glatten sie verbindenden Aussenseite aus einem einzigen Block gehauen sind. Das Thor ist in bizarrem Stil und ungemein mit Ornamenten (Laubwerk, Windungen, centralen Vorsprüngen) überladen. An dem unteren Th eile der Schwelle hat sich ein fünf Centimeter breiter Streifen erhalten, auf welchem man eine lange hebräische Inschrift liest (vgl. Nr. 1 der Tafel). Sie ist seit langer Zeit von den Juden Zafed’s bemerkt worden, die aber nur das Wort 2 שלוםu lesen vermochten * 2). Man darf annehmen, dass es sich in ahnlieber Weise im Mittelalter verhielt3). Doch muss hier ein sonderbarer Umstand hervorgehoben werden. Rabbi Samuel bar Simson (Anfang des 13. Jahrh.) sagt, dass er zu Meiron eine Synagoge mit einer Inschrift des Inhalts fand, sie sei von Sc ha- 10m ben Lewi erbaut worden4). Die alte Synagoge, deren Ueberreste noch zu Meiron zu sehen sind, hat keine Inschrift. Schalom ist kein Eigenname“). Sollte nicht hier eine Verwirrung obwalten? Man wird sehen, dass eines der ersten Wörter unserer Inschrift Schalom, und in der That der Name des Gründers ben L6wi ist. Meiron ist übrigens nur anderthalb Stunden von Kefr-Bereim entfernt. Robinson sah die Inschrift, hielt sie für unlesbar und copirte sie nicht 5). Thomson erklärte, ohne sie verstanden zu nicht aufmerksam gemacht. Es scheint hier, wie bei den zwei früheren Buchstaben, Manches durch die Zeit verwittert, das durch Combinationen aufzufinden nur zur Zeitzersplitterung führen würde. F. 2) Robinson Biblical Researches 3, 70. 3) Carmoly S. 135. 4) Das. S. 134. *) Schalom ist ein seit dem 4. Jahrh. (vgl. Wajikra rabba Par. 26 und im babyl. Talmud שלמיא) häufig vorkommender Eigenname. F. 5) A. a. 0.

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