Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 14 (1865)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Das Buch Jesus Sirach
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 144 (sequence 9)
- Language
- German
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T44 Das Buch Jesus Siracb. ferner die Sprache unseres Prologs von der im Buche selbst ganz verschieden ist. Diesem gemäss müssten wir natürlich auf jeden nur irgendwie sichern Aufschluss über das Zeitalter des Uebersetzers verzichten. Allein ein auch nur flüchtiger Blick auf die im Vatic. Codex und sonst sich befindende Vorrede und auf die seltnere der Compl. muss von der Echtheit der ersteren und der Unechtheit der letzteren, die noch dazu durchweg von dem U ebersetz er in der dritten Person spricht, gründlich überzeugen. Diese ist unzweifelhaft aus der Feder des späten Verf. der Synopsis (Athanasius) geflossen. In unserem Prologe findet sich nichts Befremdendes, nichts Verdäclitiges. Er ist in freiem, ungezwungenem wStile abgefasst, weil der Ueb ersetz er hier gleichsam selbstständiger Verfasser ist und nicht Uebersetzer wie im Buche, wo er durch ein sich Fügen und Schmiegen bestrebt war, das Original so treu wie möglieh wiederzugeben, wo jeder Satz den hebräischen Typus an sich tragen sollte, was dem Uebersetzer nur in äusserst schwaehern Masse gelungen ist, obschon der griechischen Sprache und Schreibweise kein geringer Zwang angethan wurde. Darum ist natürlich die Sprachweise anders als die im Prologe. — Aber jene Auffassung der auf die heilige Schrift sich beziehenden Worte in der Vorrede scheint überhaupt irrig, da, abgesehen von jeder Classificirung nach Canonicität, es eine einfächere und natürlichere Eintheilung der bibl. Schriften als die unseres Uebersetzers nicht gibt. Wie konnte er eine andere Reihenfolge annehmen, als eben: ,,das Gesetz", d. i. der Pentateuch, als das älteste und ewig heilige Buch, ferner ״die Propheten" oder ״die prophetischen Bücher", als die spätem (er sagt auch nicht die ersten und letzten Propheten, sondern Propheten schlechthin)? Die Bücher der Propheten machten ihrer Natur gemäss einen selbstständigen Literaturzweig aus und waren insofern sehon von selbst als abgeschlossen zu betrachten, als es ja doch seit Jahrhunderten keine Propheten mehr gab; und endlich diejenigen Bücher, die weder zum Pentateuch noch zu den Propheten gehören, wie kann man sie anders nennen, als eben ״die andern, die jenen folgten" (rav aXKav rav nar1 ccvrovg tfxoXovd’j'jKorav d. h. der Zeit und dem Geiste hach), oder ״die übrigen Bücher" (ra X0171k rav ß1ßUav)?\ Er sagt auch nicht uyiayQuyu (כתובים)? auch nicht wie Lucas