Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 14 (1865)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Das Buch Jesus Sirach
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 142 (sequence 7)
- Language
- German
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142 Das Buch Jesus Sirach. seine Herrscherjahre auch, ungeachtet der fortdauernden Kampfe und Thronstreitigkeiten, von jenem Jahre an zählte, und da ferner nur gekünstelte, ja gewaltsame Interpretationen °) oder eine etwas pedantische Aengstlichkeitl) unter ini mit einer vor hergehenden Jahreszahl und vor einem Namen, namentlich aber, wie hier, vor dem eines Herrschers, etwas anderes als eben das Regierungsjahr dieses Herrschers verstehen können2), so ist hier unter Euergetes unzweifelhaft Euerg. II. Physcon und unter ״dem 38. Jahre" das Regierungsjahr dieses Herrschers zu verstehen. An der Hand der geschichtlichen Thatsachen und einer von dem gewöhnlichen aber allein massgebenden Sprach־ gebrauche geforderten Interpretation kann man nur zu einem solchen Ergebniss geführt werden. Hingegen glauben wir einen Beweis, der, von Winer zuerst geltend gemacht, später häufig wiederholt wurde, hier zurückweisen zu müssen. Winer, der aus sprachlichen Rücksichten ״das 38. Jahr" auf das Alter des Uebersetzers beziehen zu müssen glaubt, entscheidet sich dennoch für Euerget. II. einzig und allein aus folgendem Grunde: Scilicet nepos absolutum librorum V. T. corpus quod tribus partibus constat, ter comme- 9) Siehe die verschiedenen Erklärungen dieses Satzes bei Ilodius, de bibl. text. origg. S. 192 ff. *) Winer a. a. 0. meint, wenn dieses hti sich auf die Regierung bezöge, so müsste der Satz lauten: iv za dydoa 7tcä tqlcc7106tg> erst za §7ti zov EvsQyhov. Aber über diese grammatische Gewissenhaftigkeit hat sich der Usus von jeher, namentlich in der bibl. Literatur, hinweggesetzt. So I. Macc. 13, 42. 14, 27 und a. a. St. Vergl. auch Fritzsclie S. XIII. *) Jahn (׳Introductio in libb. sacros vet. Foed. II. S. 931) und Hug (Zeitschrift für die Geistl. des Erzbisth. VII. S. 38), denen sich Waihinger (Theolog. Stud. u. Krit. 1827, zur Untersuchung des Ab־ Schlusses des alttest. Kanons S. 93) angeschlossen, entscheiden sich für Euerget. I. und verstehen unter iv oydoa ncd zqlcckogzg) szbl das Lebensjahr des Uebersetzers. Der angeregte Satz würde also zu über setzen sein: In einem Alter von 38 Jahren bin ich, als Euerg. König war, nach Egypten gekommen. Dass und warum gerade sie zu einer so gesuchten und unnatürlichen Deutung gezwungen waren, werden wir später zu zeigen versuchen.