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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1865-01-01 · Heft 4 · p. Seite 140

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
14 (1865)
Issue
Heft 4
Article
Das Buch Jesus Sirach
Date
1865-01-01
Page
Seite 140 (sequence 5)
Language
German
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140 Das Buch Jesus Sirach. , schlecht weggekommen zu sein scheint5), noch unter Lagi in wirklich, feindlicher, den Juden so gefahrbringender Weise auftreten; zu thätlichen Ausschreitungen wenigstens wird es nicht gekommen sein. Kleine Plänkeleien, harmlose Streitigkeiten über die Heiligkeit des Tempels waren wohl auch unter Lagi6) an der Tagesordnung, aber über Unterdrückung von Seiten der Samaritaner zu klagen, war keine besondere Veranlassung. Denn die Oberhand in politischer Beziehung wird wohl keine der beiden Parteien gehabt haben. Aber nun änderte sich die Lage der Dinge, den Samaritanern ,,ging es wohl" unter Onias, was wohl so viel bedeutet, als: sie waren von der regierenden Macht begünstigt worden, sie hatten einen politischen Einfluss erlangt, und sie gebrauchten denn auch diese ihre Macht in ausgedehnter Weise gegen die Juden, beraubten und plünderten sie. Unser Dichter konnte nicht eher sein Buch ganz aus der Hand legen, als bis er seinem gedrückten Herzen durch einen Seitenhieb gegen die Samaritaner, von denen seine Brüder gerade jetzt so viel zu dulden hatten, Luft gemacht. Aber nun schliesst er auch sein Buch mit der Unterschrift seines Namens und dein Dankgebete. So wäre nun das Zeitalter des Verf. und die Abfassungszeit seines Buches unmittelbar aus ihm selber heraus, ohne Hülfe, aber auch ohne beschränkenden Einfluss der vom griechischen Uebersetzer angegebenen Daten ermittelt. Nach eben derselben Methode muss auch nach dem Zeitalter des Uebersetzers geforscht, und ohne von dem Verf. sich die Hände binden zu lassen, gestrebt werden, einzig und allein in den Worten des Uebersetzers die Wahrheit zu finden. Erst dann, mit jenen beiden Wahrheiten ausgerüstet, kann man kühner und dreister auf jene scheinbar gefährliche Klippe, wir meinen das Verhältnis8 der beiden Siraciden zu einander, lossteuern und Zusehen, ob sie fähig sei, das bis jetzt aufgerichtete Gebäude zu erschüttern. Sollte es sich dann heraussteilen, dass das, was über den Verfasser ermittelt worden, mit den Angaben des Uebersetzers sich wohl vertrage, wenigstens an ihnen kei- ') Vergl. das. XI, VIII, 4. ף Vergl. das. XII, I, 1.

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