Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 14 (1865)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Das Buch Jesus Sirach
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 110 (sequence 10)
- Language
- German
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110 Das Buch Jestis Sirach: dem Cap. L. gepriesenen Priester Simon I. wiederzuerkennenI und nicht Simon II., für den sich die Meisten bis zum heutigen | Tage entschieden haben. Die Einwände, die dagegen gemacht! wurden, oder gemacht werden könnten, haben wir theilweisel schon in der bisherigen Darstellung zu widerlegen versucht, der Werth der andern soll noch geprüft werden. Zuvor aber wollen wir die zweite oben aufgestellte Frage untersuchen, um so als ein Ganzes unsere Ansicht über das Zeitalter Jesus Sirach’ darzulegen. Die zweite Frage war, ist die Beschreibung der Thätigkeit Simon’s aus Autopsie geflossen, oder mit anderen W orten :War unser Verfasser Zeitgenosse des von ihm gepriesenen Simon gewesen? Da der Dichter in dieser Schilderung nur von seinem Fielden, Nichts aber von sich selbst oder von seinem Verhältnisse zu demselben spricht, so kann für die Beantwortung dieser Frage nur die Art und Beschaffenheit dieser Schilderung, irgend eine leise Andeutung oder eine feine Wendung in derselben entscheidend sein, und ein gewisses, kritisches Gefühl muss sich derselben bemächtigen, um von ihnen Auskunft zu holen. Nun fallt, in diesem Capitel die Lebhaftigkeit und Ausführlichkeit der Beschreibung von der priesterliehen Dienstverrichtung, die warme Schilderung der glänzenden Erscheinung dieses Priesters ,und seiner Umgebung, kurz die ganze, so lebendig gehaltene Darstellung auf den ersten Blick auf und Brettschneider ist daher in vollem Rechte, wenn er sagt 6): ״Simonis.pietatem, egregia facta et decus sacerdotale vividissimis coloribus prolixius depinxit (Siracides) ita, ut vix dubitandum, quin ipse illum cognoverit, ipseque, quae narravit, viderit." Nur hätte er es bei diesem allein nicht bewenden lassen sollen, wenigstens hätte er diese seine Behauptung genauer nachweisen müssen, nicht ganz einleuchten Denn gerade weil Simon II. selbst für die Tobiassöhne Partei genommen, wie dort aus Joseph, deducirt wird, und zumal ein verwan dtseliaftliches Verhältniss dabei obwaltete (ßia xryv avyysvsiav sagt Joseph. 1. 1. XII., IV., 11), weil also Limon selber es wohl mit dem Hellenismus hielt, durfte der Verfasser aus einem leicht begreiflichen Zartgefühl ihn gar nicht erwähnen. 6) L. 1. p. 6.