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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1865-01-01 · Heft 3 · p. Seite 104

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
14 (1865)
Issue
Heft 3
Article
Das Buch Jesus Sirach
Date
1865-01-01
Page
Seite 104 (sequence 4)
Language
German
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IM Das Buch Jesus Sir ach. pel verdient gemacht und ergeht sich überhaupt in fast überschwenglichem Lobe der Verdienste desselben. Dieser Simon zieht unsere Aufmerksamkeit auf sich aus zwiefachen Gründen. Erstens ist er der letzte in der Keihe der vom Verfasser gepriesenen Männer, ja mit dem Lobe desselben schliesst auch das eigentliche Buch. Zweitens sind hier dieses Mannes Tugenden und Thaten, namentlich aber seine Dienstverrichtung im Tempel mit ganz besonderer Ausführlichkeit und Vorliebe beschrieben. Es entstehen hiernach folgende zwei Fragen: 1) Wer ist dieser Simon? 2) War er ein Zeitgenosse un- 8eres Verfassers, oder mit andern Worten: ist diese ausführliehe Beschreibung der Erscheinung und des priesterlichen Glanzes dieses Simon aus Autopsie geflossen? Was die erste Frage betrifft, so kennen wir nur zwei Hohepriester dieses Namens 1) Simon (I.), Enkel des Jaddua und Sohn des Onias, bekannt unter dem Namen ״Simon der Gerechte" (2 •(שמעי[ חצדיק) Simon II., Sohn Onias II. Nur einer von diesen beiden kann von unserem Verfasser gemeint sein. Fragen wir, wann der erste Simon gelebt, so glauben wir nicht zu hoch zu greifen, wenn wir sagen, dass er c. 300 v. Clir. unter Ptolemaeus Lagi (starb 290) geblüht hat3). Auch hierin herrscht keine geringe Meinungsverschiedenheit. Der Talmud4) berichtet, wie bekannt, von Simon dem Gerechten, er sei dem bis vor Jerusalem dringenden Alexander d. Gr. entgegengegangen und habe durch seine hohe Erscheinung den grossen König auf gar wunderbare Weise für sich eingenommen; Josephus5) hingegen erzählt dieses Begegniss fast mit denselben Einzelheiten, von dem Hohepriester Jaddua. Obgleich nun beide Quellen durch vieles Sagenhafte stark getrübt sind, so macht sich doch die Erzählung Josephus durch Verwechselungen und Anachronismen noch besonders verdächtig 6), so dass wir viele Ursache haben, dem Jos. hierin zu misstrauen. 3) Vergl. hierüber diese Monatsschrift 1857 L. 45. Simon d. Ger. und seine Zeit von Grätz. Erst spät ist unsere Aufmerksamkeit auf diesen Aufsatz gelenkt worden. 4) Joma 69 a. b) Antiqq. XI, VIII, 4 5 ־. 6) Den Nachweis siehe diese Monatsschr. a. a. 0.

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