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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1865-01-01 · Heft 2 · p. Seite 57

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
14 (1865)
Issue
Heft 2
Article
Geschichte der Juden in der Schweiz
Date
1865-01-01
Page
Seite 57 (sequence 17)
Language
German
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Geschichte der Juden in der Schweiz 57 er durch seinen Vetter Isaak in Griessen beim Statthalter um Ausfertigung eines Geleitbriefes nachsuehen, damit ״die gnädigen Herren und wir uff den rechten Grund und Wahrheit kommen möchten, denn David ein alter, schwaeher Mann, dass möglich wäre — da Gott vor seie — dass er in einem Schlaf also bliebe; auch wird ohn Zweifel eine böse Zung seind, die ihn gegen die gnädigen Herren verträgt mit der Unwahrheit“. Gleichzeitig ging auch an den ״alten schwachen“ David ein Briefchen ein von dessen Enkel in Thiengen, worin demselben mitgetheilt wurde, dass auch der Rath der Stadt Rheinau das Geleitsgesuch unterstützen werde, zum Zweck der Ergründung, wer das Spiel ihm zugerichtet habe. Ich hoffe zu Gott, fährt der Schreiber fort, die Herren werden der Wahrheit beistehen und auf den Grund kommen, wer das Kind angelehret hat. Seid getröstet und überzeugt, unser Herr, Gott, wird euch nicht verlassen.“ Den beiden Juden wurde der Geleitsbrief ausgefertigt und sie kamen nach Schaffhausen. Freilich konnten sie nichts Erhebliches für die Eingekerkerten thun, aber ihr unerschrockenes Auftreten diente doch dazu, die Richter auf die richtige Bahn und die Ihrigen wieder aus der Haft zu bringen. Die Räthe überzeugten sich je länger je deutlicher, dass auf den unmündigen Knaben nicht viel zu bauen und derselbe vielleicht von einer übelwollenden Person unterrichtet worden sei, seinen Wohlthäter in’s Unglück zu stürzen. Die förderlichste Hülfe leistete den Gefangenen das Zeugniss des Thorhüters, welcher sich ganz deutlich zu erinnern wusste, dass am 6. September früh eine fremde Jüdin mit einem Kinde die Stadt verlassen habe. In Folge aller dieser Ergebnisse wurden die Gefangenen wieder auf freien Fuss gesetzt, doch unter Kostenfolge und mit dem Befehl, dass sie ״das Judenbüblein hinwegthun und nit mehr bei ihnen haben, auch nit mehr so viel frömder Juden inziehen und beherbergen sollen“ 6). 6) Nach den Untersuchungsakten im Schaffliaus. Kanfc.-Archiv Har״ der a. a. 0. 62 ff., kurz Ulrich, a. a. 0. 213. Frankel, Monatsschrift. XIV. 2. 5

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