Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 14 (1865)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Geschichte der Juden in der Schweiz
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 56 (sequence 16)
- Language
- German
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56 , י v .-־י, a- ״־׳• . ׳׳^.׳ x * ־!>• .׳..־*־ - Geschichte der Juden; in der Schweiz. Forst- und dem Waagmeister, dem Zoller und sämmfr liehen Stadtknechten, begaben sieh die Räthe mit den beiden Stadtschreibern Mittwoch den 11. September Morgens 4 XJhr in aller Stille auf den Schützengraben, umstellten das Haus, sprengten die Thüre und nahmen den Juden David mit seinem ganzen Haushalt gefangen. Zur Verhütung von Mittheilungen und Verabredungen wurden die Juden genau bewacht und einzeln ein gekerkert. Der alte David wurde auf dem Rathhaus untergebracht, dessen Ehefrau im Kerker des Hospitals, der Sohn im Klosterkerker zu Allerheiligen, einen Juden Moses, welcher, von Salzburg kommend, einige Tage Gastfreundschaft genoss, that man in den Diebesthurm, den Dienstburschen in den Oberthurm, und die Dienstmagd in das Blockhaus, währenä der Angeber, der unmündige Knabe, in einem Privathaus untergebracht wurde. Mit äusserster Genauigkeit wurde das ganze Haus Davids untersucht, jeder Gefangene einzeln noch am nämlichen Tage verhört und verschiedene Nachbarn vernommen. Alle dieseMassregeln führten zu keinem Resultate, nicht das Geringste wurde entdeckt, die Aussage des Knaben erhielt durch die Verhöre keinerlei Begründung. David konnte als Beweis seiner Un/ schuld nichts weiter Vorbringen, als dass er, gestützt auf sein gutes Gewissen und auf die Gerechtigkeit der Behörde bauend, ruhig dem Verlauf des Handels entgegengesehen habe; dessen Ehefrau, welche die Anklage ebenfalls als eine teuflische Erdichtung erklärte, berief sich auf den Thorhüter, welcher wohl im Falle sein werde zu bezeugen, dass die fremde Jüdin nebst ihrem Kinde am frühen Morgen des Freitags die Stadt verlassen habe. Der Sohn und auch die beiden Dienstboten erklärten das Gerücht als ein vollkommen grundloses und behaupteten, dass ״ihnen solche Reden mit Unwahrheit zugelegt und das. Pflegkind aufgewiesen worden sei‘c. Die Kunde von der Gefangennehmung des Judenarztes und dessen Anschuldigung verbreitete sich schnell nnd erfüllte die Juden der Gegend mit Angst und Schrecken. David’s Sohn, wohnhaft in Thurgau, wurde noch an dem nämlichen Tage von dem Vorfälle unterrichtet.. Sofort liess